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"11. Bauerngut-Forum" macht dafür fit

Die Liebe zum Lebensmittel will gelernt sein

Bückeburg/Porta (rc). "Wir müssen uns differenzieren, anders sein als die anderen, sonst redet der Kunde mit uns nur über den Preis." Diese Forderung hat Prof. Dr. Peter Littmann auf dem Bauerngut-Forum 2006 erhoben. Weit über 200 Vertreter aus dem weiten Netz der Edeka waren der Einladung ihrer Fleisch- und Wurstwarentochter mit Sitz am Bückeburger Hasengarten gefolgt, um unter dem Titel "Fit für Lebensmittel" für den harten Wettbewerb mit den Mitbewerbern zu trainieren.

Stephan Weber

Das Forum findet zum inzwischen 11. Mal statt, "hat Tradition und einen hohen Anspruch, und den gilt es zu pflegen", sagte Bauerngut-Geschäftsführer Stephan Weber bei der Eröffnung des Forums im Berghotel in Porta-Hausberge. "Unser Bekenntnis: Wir lieben Lebensmittel." Ein Bekenntnis, auf das der Vorstandssprecher der Edeka Minden-Hannover Holding, Dirk Schlüter, ebenso abhob wie zahlreiche hochkarätige Referenten im Verlauf desTages. "Wer Lebensmittel liebt, dem ist nicht gleichgültig, wie sich seine Kunden ernähren", sagte Schlüter. Das zeige das Beispiel der Tochter Bauerngut, die seit Jahren mit ihrem Qualitäts- und Kontrollprogramm für eine Leistung sorge, die sich deutlich von der Leistung der Mitbewerber abhebe. Die im Markt positiv aufgenommene Kampagne soll inder Zukunft um den Slogan "Gemeinsam gesund genießen" erweitert werden, so Schlüter weiter: Gemeinsamkeit stimuliere, gemeinsames Essen und Trinken sei ein Grundbedürfnis. Das Thema Gesundheit werde der "Megatrend" der kommenden Jahrzehnte in allen Lebensbereichen, erst recht in der Ernährung. Schließlich seien Menschen bereit, für Genuss mehr auszugeben als für Essen und Trinken: "Genuss öffnet den Geldbeutel und füllt die Kassen." Damit das bei "Bauerngut" und der Edeka weiter der Fall ist, gab Prof. Littmann den Forumsgästen mit auf den Weg, dass das Wissen über die Marke und das Produkt dem Kunden vermittelt werden müsse: "Er soll den Geldbeutel aufmachen und soll wissen, worauf er sich einlässt." Es sei "ein langer Weg" zum Verbraucher, der Anbieter habe sich soweit zu differenzieren, dass er interessant wird: "Dann kann man mit dem Kunden über höhere Preise reden." Bei der Differenzierung hapere es derzeit aber generell in Deutschland. Ideen gebe es genug, aber zu wenig Innovation. Die Umsetzung am Markt sei gefordert. Hier bestünden besonders im Management Defizite, das auf seine Selbstoptimierung achte und Risiken scheue. Mutige Leute und Querdenker müssten viel mehr gefördert, bei Scheitern der Innovation ihnen die "berühmte zweite Chance eingeräumt werden". Bauerngut erzielt mit seinen vier Fleischwerken in Bückeburg, Könnern, Wiefelstede und Berlin einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro und hat mit "Gutfleisch" eine der bedeutendsten Fleischmarken in Deutschland hervor gebracht. Am Standort Bückeburg arbeiten derzeit rund 290 Mitarbeiter.

Dirk Schlüter
  • Dirk Schlüter
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