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Klinik-Zukunft: Ernüchterte Stimmung nach der Mitarbeiterversammlung

"Die Kollegen sind enttäuscht"

Landkreis (crs). Aufüberwältigende Resonanz ist die erste gemeinsame Mitarbeiterversammlung aller drei Schaumburger Krankenhäuser gestern Mittag gestoßen: Rund 500 Bedienstete der Kreiskrankenhäuser Rinteln und Stadthagen sowie des Bückeburger Krankenhauses Bethel haben sich im Bückeburger Rathaussaal über denvom Kreisausschuss empfohlenen gemeinsamen Klinik-Neubau und die damit verbundenen Umwälzungen informieren lassen.

Gewaltige Resonanz: Gut 500 Mitarbeiter der drei Schaumburger Kr

Viel Neues habe es dabei nicht gegeben, bilanziert Gabriele Walz als Gesamtpersonalratsvorsitzende des Klinikums Schaumburg: "Es wird betriebsbedingte Kündigungen geben, die Möglichkeit eines Personalsicherungsvertrages wurde ausgeschlossen." Die Krankenhaus-Mitarbeiter hätten sich mehr erhofft, vor allem konkretere Aussagen, "die Kollegen sind enttäuscht", gibt Gabriele Walz die Stimmung nach der gut zweistündigen Versammlung wieder. "Für uns ist es wichtig zu wissen, welcher Bereich wann dran ist", hatte sich Walz mit ihren Personalrats-Kollegen vor allem einen genaueren Fahrplan bezüglich der zu befürchtenden Entlassungen gewünscht - da seien Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier sowie die Vertreter des Krankenhauses Bethel, desKrankenhausbetreibers Pro Diako und des Wirtschaftsprüfers PwC "zu schwammig" geblieben. Entsprechend seien die Krankenhaus-Mitarbeiter "ein wenig ratlos" zurückgeblieben. Stellvertretend für andere Versammlungsteilnehmer kritisiert Gabriele Walz, dass den Bediensteten während des Entscheidungsverfahrens eine falsche Sicherheit vorgespielt worden sei. Es sei suggeriert worden, die Bediensteten würden in den Entscheidungsprozess eingebunden: "Es wirdimmer von Transparenz gesprochen, aber jetzt werden die Mitarbeiter vor vollendete Tatsachen gestellt - das ist sicher kein Zeichen von Transparenz." Vor der entscheidenden Kreistagssitzung nächste Woche wollen die Krankenhaus-Bediensteten wieder Präsenz zeigen: Ab 15 Uhr wird vor dem Kreishaus protestiert.

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