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Auch der "Tauschtag" des Briefmarkensammlervereins ist dem Wandel unterworfen

Die kleinen, bunten Briefbeförderer locken längst nicht mehr die Massen

Bückeburg (jp). Die Mitglieder des Briefmarkensammlervereins Bückeburg sind über die Jahre hinweg bescheiden geworden. Dass der Verein unter einem chronischen Nachwuchsmangel leidet, ist lange bekannt. Und auch der Besuch der jährlich zweimal stattfindenden Briefmarkentauschtage fällt zwar nicht wirklich schlecht aus, ist aber lange nicht zu vergleichen mit dem Andrang früherer Jahre, als Philatelie generell einen wesentlich höheren Stellenwert besaß als heute.

"Was haben Sie denn da Schönes?" Die Sammler stöbern geduldig in

"Wir können eigentlich zufrieden sein", meinte der Vorsitzende Heinz Wiechers angesichts des lebhaften, insgesamt allerdings doch recht überschaubaren Besuchs beim ersten Tauschtag in diesem Jahr. "Mein Eindruck ist, dass es heute etwas mehr ist als vor vier Monaten. Aber an die guten Zeiten von früher haben wir lange noch nicht wieder angeknüpft." Doch ist das kein singuläres Problem des hiesigen Briefmarkensammlervereins: Die Massen werden in Deutschland von den Briefmarken längst nicht mehr angezogen, das weiß auch Wolfgang Pautz, Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins Rinteln. Er kommt dennoch immer gerne zu den Tauschtagen im Bückeburger Gymnasium Adolfinum: "Ich finde hier häufig interessante Sammlerstücke und habe außerdem die Gelegenheit, viele Gespräche mit anderen erfahrenen Sammlern zu führen." Denn die Tauschtage dienen bei weitem nicht nur dem Austausch der kleinen, gedruckten Briefbeförderer, sondern eben auch dem Fachsimpeln und dem Klönschnack über philatelistische Angelegenheiten. Dabei werden die erfahrenen Bückeburger Sammler mit manch skurriler Frage konfrontiert: "Heute kam jemand, der sich von einer Reise nach Schweden ganze Stapel von Briefmarkenheftchen mitgebracht hatte", berichtet Vereins-Vize Dieter Wehling. "Von uns wollte er wissen, was er denn da überhaupt habe." In diesen Tauschtagen sehen Heinz Wiechers und Dieter Wehling auch eine Basis für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit ihres Vereins. Nur zu gerne würden sie den Briefmarkensammlerverein auch auf weiteren Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Bückeburger Sommerfest, präsentieren. Nur: "Wer soll's denn machen? Wir beide sind voll berufstätig." Und bei den übrigen Mitgliedern lassen entweder das Alter oder ebenfalls berufliche Verpflichtungen ein solches Engagement nicht zu. Einmal, so erinnert sich Heinz Wiechers, hatte der Briefmarkensammlerverein Bückeburg beim "Tag der Niedersachsen" 1999 in Bückeburg einen eigenen Stand: "Da hatten wir zwar Bombenwetter, aber weil es eben so heiß war, mussten wir aufpassen, dass unsere älteren Mitglieder keine Gesundheitsprobleme bekamen." Ohnehin ist man bei Freiluftveranstaltungen vorsichtig: "Man weiß schließlich nie, wie das Wetter wird. Und Briefmarken und Regen - das verträgt sich schlicht und einfach nicht."

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