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Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss fordert bessere Pflege / Überschwemmungen drohen

Die kleine Reeke erhitzt die Gemüter

Pollhagen (par). Die Reeke, der kleine Bach in Pollhagen, hat im Umwelt- und Landschaftsausschuss der Gemeinde für großen Ärger gesorgt. Bei einer Begehung mit Frank Faber, Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes West- und Südaue, hieß es, die Reeke werde nicht ausreichend gepflegt. In 2010 war an dem Gewässer nicht gemäht worden.

Frank Faber (mit Schirm) erklärt den Pollhägern, wo die Schwierigkeiten bei der Reeke-Pflege liegen. Foto: par

„Der Ablauf der Reeke in die Sachsenhäger Aue ist nicht gewährleistet. Sie bedarf regelmäßiger Pflege und muss besser gereinigt werden“, erklärte Bürgermeister Gerd Wischhöfer. Dabei kommt es den Anwohnern nicht auf eine Reinigung im Sinne eines schöneren Landschaftsbildes an. Das Problem ist gravierender. „Bei starken Niederschlägen kommt es regelmäßig zu starken Überschwemmungen, wenn die Reeke nicht abfließt. Das ist ein Schneeball, der ins Rollen gebracht wird. Vor dem sind dann auch die anliegenden Häuser nicht sicher“, sagte Wischhöfer.

Während der Begehung, an der zusätzlich zu Wischhöfer sechs weitere Pollhäger teilnahmen, wurden Faber die Missstände aufgezeigt. „Ich sehe ein, dass etwas getan werden muss, das ist keine Frage“, erklärte Faber mit Verständnis. Eine letztmalige Reinigung, inklusive Böschungsmahd mit Mähkorb und Zurückschneiden der Pflanzen im Wasser, hatte der Verband 2009 vorgenommen.

Bei hitzigen Diskussionen musste Frank Faber erklären, warum eine Reinigung 2010 nicht möglich war. „Laut Röhricht-Verordnung darf man erst ab 1. Oktober eines jeden Jahres anfangen zu stutzen. Vergangenes Jahr war dies aufgrund der starken Regenfälle ab Ende August unmöglich. Die großen Maschinen kommen auf dem nassen Untergrund nicht durch“, erklärte er.

Für dieses Jahr stellte Frank Faber den Pollhägern nun eine Sondergenehmigung in Aussicht, die eine frühere Reinigung erlauben würde. „Wir werden schauen, was möglich ist. Ich habe auf jeden Fall gesehen, dass die Bedenken nicht ungerechtfertigt sind. Wir finden eine Lösung“, sagte er abschließend.

Die Unterhaltung von Fließgewässern umfasst laut Faber außer dem Erhalten eines ordnungsgemäßen Zustands für den Wasserabfluss auch deren Pflege. In jedem Einzelfall wird vom Unterhaltungsverband geprüft, wie viel Pflege an dem betrachteten Gewässer nötig ist und wie diese möglichst naturschonend umgesetzt werden kann.

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