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Für Kreiselternrat ein Auslaufmodell

Die KGS als Teil des gegliederten Schulwesens?

Landkreis (rd). Mit "Erstaunen und auch Erschrecken" verfolgt der Kreiselternrat (KER) Schaumburg nach Worten von dessen Vorsitzendem, Claus M. Holst, die derzeitige Diskussion um die Wiedereinführung der Gesamtschulen. Nach Auffassung des KER steht die Landesregierung im Wort, das Schulgesetz dahin gehend zu ändern, dass bei entsprechenden Vorplanungen der Schulträger die ersten Gesamtschulen schon zu Beginn des nächsten Schuljahres starten können. Holst: "Der Landkreis Schaumburg als Schulträger kann diese Voraussetzungen schaffen. Der Bedarf ist durch die jahrelangen hohen Anmeldezahlen bei der IGS in Stadthagen nachgewiesen."

Für den Kreiselternrat kommt als mögliche Gesamtschulform nur die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Betracht. Die Kooperative Gesamtschule (KGS) sei durch das "Turboabitur", abgelegt nach zwölf Jahren Schulzeit, ein Auslaufmodell, schreibt der KER-Vorsitzende in einer Pressenotiz, "es sei denn, sie wird gleich mit gymnasialer Oberstufe mit Abitur nach 13 Jahren eingerichtet und zugelassen, damit auch im Gymnasialzweig die Sekundarstufe nach zehn Jahren abgeschlossen werden kann". Aber dies wird nach Einschätzung des KER wohl nicht geschehen. Holst dazu: "Eine Kooperation in der KGS mit demGymnasialzweig ist spätestens ab Klasse 7 in einer KGS nicht mehr möglich. Hier muss der Stoff der Sekundarstufe 1 bis zur Klasse 9, in den übrigen Zweigen bis Klasse 10 vermittelt werden." Diese Zeitverschiebung mache eine Kooperation in vielen Fächern unmöglich. Daher fordert der KER die Integrierte Gesamtschule und begründet dies weiter so: "Nach Aussage von Kultusministerin Heister Neu mann bleibt es beim Abitur nach zwölf Jahren. Damit ist die KGS in ihrer derzeitigen Form ein Auslaufmodell." Die Unsicherheit, die von der Id ee, die KGS dem gegliederten Schulsystem zuzurechnen, bei dieser Sachlage verursacht wird, zeige deutlich, so Holst, "wie wenig die Mitglieder des Landtages aber auch des Philologenverbandesüber die Inhalte der einzelnen Schulformen informiert sind. Und das macht im Hinblick auf die Zukunftschancen unserer Kinder in Europa mehr als nur erschrocken". Der KER-Vorsitzende abschließend: "Der Landtag soll die Gesamtschulen zulassen und besser uns Praktikern vor Ort (Schulträger, Schulen, Eltern) den Rest überlassen. Dann haben unsere Kinder wenigstens eine kleine Chance auf eine bedarfsgerechte Schulform."

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