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Lager bei Autohäusern und Werkstätten fast leer / Großhändler drehen kräftig an der Preisschraube

Die Jagd nach den letzten Winterreifen hat begonnen

Bad Münder (jhr). Wie in jedem Jahr hat der Wintereinbruch viele Autofahrer überrumpelt und sorgt zusammen mit der in der vergangenen Woche vom Bundesrat beschlossenen Winterreifenpflicht für anstrengende Adventswochen bei den Reifenhändlern und Autohäusern – sowie für Engpässe bei einigen Standardreifengrößen.

Bei Schneeglätte müssen Winterreifen aufgezogen sein – im Autohaus Am Kurpark übernimmt Philipp Kirk diese Aufgabe für Kun

„Noch haben wir ein paar Reifen auf Lager, doch in einigen Größen ist bereits alles weg“, sagt Daniel Spreu von Auto Schmidt. Das Problem: Auch bei den Lieferanten sind die Lager leer. „Für bestimmte Fahrzeugtypen geht gar nichts mehr. Für Transporter beispielsweise haben sich die Reifenpreise in den vergangenen zwei bis drei Wochen verdoppelt. Auch für Kleinwagen wie den Smart sind die Preise explodiert“, sagt Spreu. Werkstätten müssten sich sehr genau überlegen, ob sie ihren Kunden diese deutlich überteuerten Reifen anbieten würden. „Das ist ja den Leuten nicht zu vermitteln. Die denken, wir wollten daran selbst noch groß verdienen“, sagt Spreu.

Beim Autohaus Graver in Hachmühlen sieht Andreas Graver ebenfalls Engpässe. „Bei unserem Standardlieferanten ist das Lager leer, sodass wir auf einen anderen Lieferanten zurückgreifen mussten“. Bislang sei es jedoch noch gelungen, jedem Kunden eine Winterreifen-Lösung für sein Auto zu organisieren. Die Ursache für den Reifen-Engpass siegt Graver darin, dass die Produktion einiger Reifenhersteller nahezu komplett in die Werke zur Erstausrüstung von Autos geflossen sei, nachdem die Nachfrage nach Neuwagen wieder angezogen habe.

Auch im Autohaus Am Kurpark stellen sich die Mitarbeiter der Aufgabe, den Wünschen der Kunden nach Winterreifen nachzukommen. Der Vorteil dort: Bereits deutlich vor der Winterreifen-Saison seien die eingelagerten Reifen der Kunden überprüft und rechtzeitig Angebote unterbreitet worden. Auf aktuelle Anfragen nach Reifen könne noch reagiert werden – allerdings sei der Lagerbestand in einigen Größen inzwischen sehr stark reduziert, sagt Serviceberater York Meier.

Auch die Polizei reagiert auf die veränderte Gesetzeslage. „Wir kontrollierten Fahrzeuge jetzt nicht speziell auf Winterreifen. Aber im Rahmen allgemeiner Verkehrskontrollen haben wir ein genaues Auge darauf, ob die Bereifung stimmt“, sagt Manfred Homann, Leiter des Polizeikommissariats Bad Münder. Wer jetzt noch mit Sommerreifen erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel an Steigungen, sollen sogar 80 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig werden.

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