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Hamelner Studienseminar erprobt neu entwickelten Test in Heeßen / Zweitklässler vor den Ferien noch einmal gefordert

"Die heutigen Schüler sind nicht weniger fit als früher"

Heeßen (sig). Eine besondere Abwechslung vom Schulalltag erlebten 62 Jungen und Mädchen der zweiten Klassen in der Heeßer Grundschule kurz vor den Ferien. Diesmal ging es nicht darum, wie fit sie in ihren Fächern sind, sondern um die Frage: Wie steht es um die körperliche Fitness?

Um das herauszufinden, hatte Edgar Schulz, Fachseminarleiter für Sport, in seinem Hamelner Studienseminar einen Test entwickeln lassen. Der wurde jetzt zum ersten Mal erprobt. Für diesen Zweck hatte er sich die Grundschule in Heeßen ausgesucht, weil sie über ideale Sportanlagen verfügt. Begleitet wurde Edgar Schulz von mehreren angehenden Sportlehrern und vor Ort fachlich unterstützt von Lehrerin Barbara Wolff. "Wir haben verschiedene Stationen entwickelt, um die körperliche Leistungsfähigkeit in der Breite zu testen", erklärte der Pädagoge. Jedes Kind bekam eine Teilnehmerkarte. Alle von ihm erzielten Werte wurden erfasst. "Für uns ist es heute wichtig, dass wir erfahren, wie praktikabel dieser Test ist, der auch an kleineren Schulen problemlos durchgeführt werden soll", unterstrich Edgar Schulz. In der wegen der Wärme weit geöffneten Halle wurde bei einen Lauf über sechs Minuten die Ausdauerleistung geprüft. Beim Zielwerfen mit einem Tennisball gegen eine Wand mit einem vorgegebenen Trefferbild sollte die Koordination von Augen und Hand getestet werden. Auf einem Schwebebalken ging es um das Halten des Gleichgewichtes. Etliche Kinder balancierten hier nicht nur vorwärts, sondern mit Hilfe eines mitgeführten Spiegels sogar rückwärts. Beim Liegestütz wurden Kraft und Ausdauer bewertet. Ein zusätzlicher Hindernislauf sollte Auskunft geben über die Koordination der Bewegungen unter Zeitdruck. Die teilnehmenden Jungen und Mädchen im Alter zwischen sieben und acht Jahren waren hoch motiviert bei der Sache und bewiesen, dass sie keineswegs eine schlechtere Fitness aufweisen als frühere Geburtsjahrgänge. "Was sich gewandelt hat, das ist das Sportangebot in den Schulen; hier haben auch Trendsportarten ihren Einzug gehalten, wie Street-Basketball, Inliner-Skating, Kleinfeld-Fußball und Beachball", erklärte Edgar Schulz. Ein Bestandteil der sportpädagogischen Ausbildung seien zudem Rauf- und Ränkespiele. Die Kinder müssten auch verlieren lernen. "Es geht nicht nur um ein Bewegungsprogramm, sondern auch um eine ausgewogene, gut aufgebaute Bewegungsausbildung, die möglichst schon im Kindergarten beginnen sollte und dann bis ins hohe Alter fortgesetzt werden müsste", fügte der Seminarleiter hinzu. Er wurde bei seinem Test unterstützt von elf Referendaren, die nach den Sommerferien ihre zweite Staatsprüfung ablegen und dann an Grund-, Haupt- und Realschulen Sport sowie zwei andere Fächer unterrichten werden.

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