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Interieurbilder mit Augenmaß / Claus August Eduard Nicolaus Meyer, ein Maler des Bürgertums in Hameln

Die gesteigerte Konzentration eines Spielers festgehalten

Von Teja Hohensee
Die engen und verwinkelten Altstadtstraßen in Hameln mögen den Schüler Claus Meyer zu manchen Zeichnungsskizzen angeregt haben. Doch leider ist von diesen Studien nichts mehr überliefert. Im Jahre 1856 in Linden bei Hannover geboren, besucht er das Gymnasium in Hameln und ist 1919 in Düsseldorf verstorben. Über den Ausbildungsweg des Künstlers ist anfänglich nichts bekannt. Er wird jedoch Schüler der Münchener Akademie und ist von 1890-1895 Professor der Karlsruher Akademie und seit 1895 an der Düsseldorfer Akademie tätig.

Das Gemälde „Die Würfelspieler“ entstand 1885.

Von Teja Hohensee

Die engen und verwinkelten Altstadtstraßen in Hameln mögen den Schüler Claus Meyer zu manchen Zeichnungsskizzen angeregt haben. Doch leider ist von diesen Studien nichts mehr überliefert. Im Jahre 1856 in Linden bei Hannover geboren, besucht er das Gymnasium in Hameln und ist 1919 in Düsseldorf verstorben. Über den Ausbildungsweg des Künstlers ist anfänglich nichts bekannt. Er wird jedoch Schüler der Münchener Akademie und ist von 1890-1895 Professor der Karlsruher Akademie und seit 1895 an der Düsseldorfer Akademie tätig. Als Genremaler von Rang sind seine Gemälde vor 1900 recht verbreitet und heute zumeist der Vergessenheit anheimgefallen. Zu seinen bekanntesten Gemälden zählt das Genrebild „Die Würfelspieler“ mit vier sich gegenübersitzenden Zechern, das durch die planvolle Lichtführung eines Schankraumes getragen, kontrastreich im Gegenlicht eines Fensters die gesteigerte Konzentration eines Spieles festhält. Das Gemälde der Würfel spielenden Zecher ist 1885 entstanden und auch in kleineren Varianten kopiert worden. Im Jahre 1888, drei Jahre danach, vollendet er ein Gemälde „Kleinkinderschule“, welches großen Beifall fand und über die Münchener Jubiläums-Kunstausstellung und den Kunsthandel später in die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe gelangte.

Claus August Eduard Nicolaus Meyer lässt seine Gemälde oft in einem bühnenartigen Kastenraum angeordnet entstehen, lehnt sich oft an niederländische Interieurbilder des 17. Jahrhunderts an. Der Gegenlichtblick durch die Fenster verweist auf diese Tradition. Ja, er verliert sich ins sentimentale, konventionelle Genrebild seiner Zeit und erreicht die unpathetisch realistische Freilichtmalerei selten. Als Dokument einer vergangenen Zeit ist jedoch die „Kleinkinderschule“, wo man versucht, einer Kinderschar von Buben und Mädchen die Anfangsgründe von Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, nicht zu unterschätzen.

Im Jahre 1888 wurde das Gemälde „Kleinkinderschule“
  • Im Jahre 1888 wurde das Gemälde „Kleinkinderschule“ vollendet.
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