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Volle Kirchen beim Weltgebetstag der Frauen / Infos zum Partnerland Chile

Die Forderung nach gerechtem Teilen

Eimbeckhausen (hzs). „Es haben zwar Frauen aus aller Welt eingeladen, aber natürlich dürfen auch Männer dabei sein“, so Elke Ragge-Katz vom Kirchenvorstand der St. Martin-Gemeinde in Eimbeckhausen. Seit einem halben Jahr hatte die 48-Jährige zusammen mit Kirchenchorleiterin Adelheid Günther (70) diesen „etwas anderen“ Gottesdienst vorbereitet, der jetzt zum Weltgebetstag der Frauen begangen wurde.

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Nach Papua-Neuguinea und Kamerun stand in diesem Jahr das südamerikanische Chile im Mittelpunkt des seit 1964 jeweils am ersten Freitag im März in über 170 Ländern der Erde begangenen „Weltgebetstages“. Mit über einer Million Teilnehmerinnen allein in Deutschland ist er bundesweit die größte ökumenische Basisbewegung.

Von der Kanzel hing eine chilenische Flagge, darunter waren landestypische Erzeugnisse ausgebreitet: Weizen, Fisch, Chili, Tomaten, Mehl und Öl. Nach dem Gottesdienst warteten außerdem im Gemeindehaus chilenische Speisen und Getränke auf die Teilnehmer. „Die Chilenen kochen viel mit Hack, Tomaten, Chili und Bohnen, aber auch Teigtaschen und Birne in Rotwein sind sehr beliebt“, weiß Elke Ragge-Katz.

Zusammen mit zehn Frauen aus der Gemeinde hatten Ragge-Katz und Günther die von chilenischen Frauen entworfene „Gottesdienstordnung“ einstudiert. „Nach der wird dieser Gottesdienst weltweit gefeiert“, so Günther. Jeder in der sehr gut besuchten St. Martin-Kirche hatte ein 15-seitiges Heftchen mit den Szenen, Liedern und Gebeten der „Wie viele Brote habt ihr?“ betitelten Veranstaltung erhalten. Darin fanden sich auch grundlegende Informationen über das „spannelange Land“ Chile, die dortige Weltgebetstagsbewegung, aber auch über die wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes sowie die Folgen der jüngsten Naturkatastrophen.

Im Mittelpunkt des Weltgebetstags-Gottesdienstes stand neben den Bitten um Gerechtigkeit und Frieden auch die Forderung nach gerechtem Teilen. Selbstkritische Worte wie „Manche haben viele Brote, aber noch keinen Weg gefunden, sie mit denen zu teilen, die keine haben“ brachten die auch angesichts der Globalisierung fortbestehende wirtschaftliche Ungerechtigkeit auf den Punkt. Die Inszenierung des Gottesdienstes durch die Vorbereitungsgruppe erzeugte damit zweifellos Betroffenheit – da war es am Ende schade, dass weniger als eine handvoll Männer erschienen waren.

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