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Sehenswerte Bilder und Skulpturen bei der 61. Kunstausstellung

"Die Farbe Blau hat für mich eine magische, mystische Kraft"

Bad Eilsen (sig). Die Wandelhalle des "Fürstenhofes" ist eine bevorzugte Adresse im Schaumburger Land geworden, wenn es um Kunstausstellungen geht. Seit einem Jahrzehnt haben hier in lückenloser Folge Künstler aller Stilrichtungen die Chance gehabt, einen Einblick in ihr Schaffen zu geben. Dass diese Plattform besonders gern von Kunstschaffenden aus der Region genutzt wird, liegt auf der Hand und ist durchaus auch gewollt. Wer in den vergangenen Jahren dort häufiger zu Gast war, hat einen Überblick darüber gewonnen, wie vielfältig die Ideen der Kreativen sind.

Dieser glühende Feuerball gleicht einer untergehenden Sonne.

Die jetzt von Dr. Udo Kressin eröffnete 61. Ausstellung, die noch bis zum 23. April zu sehen ist, steht unter dem Motto "Bilder und Skulpturen". Dabei geht es um Werke zweier Frauen, die sich durch ihre Mitwirkung bei Gemeinschaftsausstellungen der "FemArt" kennen gelernt haben. Echte Schaumburgerinnen sind beide nicht. Die Malerin Jutta Wildhagen wurde in Gronau bei Alfeld geboren, lebt jetzt in Hagenburg. Die Bildhauerin Sonja Bärthel war in der Nähe von Fulda zu Hause und ist Hessin. Inzwischen hat sie sich in Meerbeck eingelebt. Wildhagen hat Kunstpädagogik studiert - logische Konsequenz ihrer früh entdeckten Talente beim Malen und Zeichnen. Sie gehört der Gemeinschaft der Schaumburger Künstler an und beteiligte sich bereits an zahlreichen Ausstellungen, unter anderem in Berlin und Hannover. Nach Radierungen, Aquarell und Öl hat sich dieKunsterzieherin der großflächigen Acrylmalerei zugewandt. Sie gestaltet nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit dem Spachtel, um den Motiven Struktur zu verleihen. Da bei den meisten in Bad Eilsen gezeigten Bildern figurative Darstellungen in den Hintergrund treten, bleibt den Betrachtern viel Interpretationsspielraum. Wildhagen selbst sagt von sich, dass sie ein Faible für leuchtende, expressive Farbkompositionen hat, durch die sie Energie und Spannung zwischen den Elementen auszudrücken versucht. Auffallend ist ihre Vorliebe für blaue Farbtöne. Nicht ohne Grund gibt es Bildtitel wie "Blaue Blüte", "Blaue Stunde" und "Verdecktes Blau". Für dieses Faible hält die Hagenburger Künstlerin auch ein Argument bereit: "Blau hat für mich eine magische, mystische Kraft." Die Bildhauerin Sonja Bärthel hat sich anfänglich autodidaktisch neben ihrem Beruf als Krankenschwester mit gestaltender Kunst befasst. Später bildete sie sich in der Kunstschule "Karamulis" fort, richtete mit der Bildhauerin Ines Fröhlich in Stadthagen ein Atelier ein. Ihr bevorzugtes Material ist der leichter zu formende Speckstein, den sie mit Holz, Metall und Sandstein kombiniert. Blumen, Frauentorsos, ein Herz und ein Kopf mit nur einem Auge, großer Nase und fliehender Stirn weckten das besondere Interesse der Besucher bei der Vernissage. Anita Farkas (Querflöte) von der Detmolder Musikhochschule überzeugte mit musikalischen Impressionen von Bach, Mozart und Telemann. Wenn sie sich so weiter entwickelt, steht der Solistin eine bemerkenswerte musikalische Zukunft bevor.

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