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Schulen klagenüber Lehrmittelknappheit / Ausschuss billigt Erhöhung / Probleme bei Sprachförderung

Die DDR existiert - auf der uralten Landkarte

Samtgemeinde Rodenberg (bab). Die Vorgaben des Landes Niedersachsen stellen die Schulen vor neue Aufgaben. Die Grundschulen in der Samtgemeinde Rodenberg müssen den Anordnungen folgen, benötigen dafür aber entsprechendes Material. In der Schulausschusssitzung des Samtgemeinderates haben die Schulleiter die Anforderungen zusammengefasst.

Neue Landkarten möchte die Grundschule Rodenberg anschaffen. Da

"Wir haben neue Kerncurricula für alle Fächer bekommen", erklärte Brigitta Doering, Leiterin der Grundschule Rodenberg, dem Schulausschuss. Neuen Lehrziele erforderten auch neue Anschauungsmaterialien und Lehrmittel. Besonders die individuelle Lernentwicklung der Schüler sei zu berücksichtigen. So müsse auch das Unterrichtsmaterial individuell auf die jeweiligen Schüler abgestimmt werden. "Das wird uns die nächsten Jahre beschäftigen", meinte Doering. Weiter aufgestockt werden müsse auch das Diagnosematerial bei der sonderpädagogischen Förderung, da die Integrationsklassen in höhere Jahrgänge kommen. Ein besonders wichtiges Thema war für den Schulausschuss die Sprachförderung und in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Kindergärten. Obwohl es intensive Kontakte der Lauenauer und der Rodenberger Grundschule zu den Kindergärten gibt, gebe es keine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Da die Kindergärten jeweils unterschiedliche Konzepte verfolgten, gebe es in diesem Bereich keine Einheitlichkeit, so Doering. "Ich würde mir wünschen, dass ein Jahr vor der Einschulung eine einheitliche Linie hereinkäme", ist Doerings Vorstellung. "Die Eltern müssen zustimmen", sagte der Leiter der Lauenauer Albert-Schweitzer-Schule, Detlef Jelitto, zu Angabenüber Probleme bei Kindergartenkindern. "Von Kindern, über die wir gerne Informationen hätten, kriegen wir sie nicht", ist Jelittos Erfahrung. Eine Mutter, die den Schulausschuss besuchte, schlussfolgerte daraus, dass die geforderte Sprachförderung für Fünf- und Sechsjährige nicht funktionieren würde. "Sonst wäre das doch hier kein Problem", begründete sie. Im Anschluss ging es im Schulausschuss um die Mittel, die den Schulen in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Auf Grund der Wunschlisten der Schulleiter hat Samtgemeindebürgermeister- und Kämmerer Uwe Heilmann die Haushaltsansätze mit Zustimmung des Ausschusses für beide Grundschulen aufgestockt. Statt 1000 Euro für die Beschaffung von Gerät sollen beide Schulen jeweils 5000 Euro erhalten. Die Lauenauer Schule will sich eine leistungsstarke Musikanlage anschaffen. Dazu soll auch Geld des Fördervereins verwandt werden, der die Albert-Schweitzer-Schule mit 10 000 Euro jährlich unterstützt. Jelitto möchte außerdem Werk- und Klassenräume sowie das Lehrerzimmer mit modernerem Mobiliar, beispielsweise verstellbaren Tischen, ausstatten. In der Julius-Rodenberg Schule sei dringend eine neue Leinwand erforderlich und neue Landkarten, sagte Doering, die teilweise noch mit Material arbeitet, auf dem die DDR verzeichnet ist. Der Vorsitzende des Schulausschusses, Gerd Lohmann (SPD), bat die Schulen, ihre Wünsche im kommenden Jahr vor der Aufstellung des Etats einzureichen. So könnten die entsprechenden Beträge rechtzeitig in den Haushaltsplan aufgenommen werden.

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