weather-image
27°
Rasanter Fortschritt beim Neubau des Kindergartens Heeßen / Nur zwei Mal ziehen Schaumburger Firmen den Kürzeren

Die Bodenplatte ist fertig - ab heute wird gemauert!

Heeßen (tw). Der Bau des neuen Kindergartens in Heeßen schreitet mit großen Schritten voran: "Die Erd-, Kanal- und Betonarbeiten sind abgeschlossen - damit ist die Bodenplatte fertig", berichtete Planer Helmut Göbel (Stadthagen) jetzt dem Eilser Bauausschuss unter Vorsitz von Heinz Grabbe (SPD). Göbel: "Ab Montag wird bereits gemauert." Damit ist die Grundsteinlegung in greifbare Nähe gerückt.

Ein Handwerker legt letzte Hand an die Bodenplatte des - neuen -

Der Planer zu den Details: "Wir werden im Zuge der Grundsteinlegung eine ,Urne', also eine etwa 80 Zentimeter lange und verlötete Kupferröhre einmauern." Die Urne soll eine Abschrift der Baugenehmigung, die Bauzeichnungen, einen Brief des Samtgemeindebürgermeisters, Münzen und - natürlich - eine aktuelle Tageszeitung enthalten. Allerdings: Auf Vorschlag der CDU-Fraktion um Peter Zabold wird es im Zuge der Grundsteinlegung keinen mit einer Bewirtung verbundenen Festakt geben. Begründung: "Der Bau des Kindergartens kostet Eilsen viel Geld. Wir sollten sparen, wo wir können." Überschattet werden die guten Nachrichten des Planers allerdings von dem Schreiben einer Firma aus Buchholz, das per E-Mail bei Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann eingegangen ist - mit "Durchschlag" an die Kreishandwerkerschaft. Schönemann: "Die Firma moniert, dass im Zuge der beschränkten Ausschreibung der Zuschlag für ein Gewerk an eine Firma mit Sitz in Bodenwerder gegangen ist." Wörtlich heiße es in dem Schreiben: "Mal wieder hat kein Unternehmen aus unserer Region den Zuschlag erhalten" - obwohl der Landrat persönlich gerade im Zuge der dringend nötigen Einstellung von Auszubildenden dafür plädiere, heimische Betriebe bei der Vergabe zu berücksichtigen. "Aber", so die Buchholzer Firma: "Wie sollen Auszubildende eingestellt werden, wenn es für die keine Arbeit gibt?" Schönemann verärgert: "Natürlich haben wir auch in diesem Gewerk (Türelemente/Tischlerarbeiten) heimische Firmen angeschrieben." Konkret: fünf Firmen aus dem Landkreis Schaumburg und nur zwei, die ihren Sitz nicht im Landkreis haben. "Die Firma Niemeyer aus Bodenwerder", betont der Bürgermeister, "hat den Auftrag nur deswegen erhalten, weil ihr Angebot das günstigste war und sogar noch 17 Prozent (!) unter dem der Buchholzer Firma liegt." Da habe die Samtgemeinde gar keine andere Entscheidung treffen dürfen. Mit Blick auf dieübrige Auftragsvergabe beim Bau des Kindergartens zieht Schönemann nach der ordentlichen Ausschreibung die folgende "Zuschlags"-Bilanz: Dachdeckerarbeiten: Zuschlag für zwei Firmen aus dem Landkreis; Zimmerarbeiten: Zuschlag für eine Firma aus Eilsen; Rohbauarbeiten: Zuschlag für eine Firma aus Rinteln; Sanitär-/Heizungsarbeiten: der Zuschlag ist noch nicht erfolgt, ausgesucht wurden aber ausschließlich Firmen aus dem Landkreis; Elekroinstallation: Zuschlag für eine Firma aus Eilsen; Fenster: den Zuschlag wird eine Firma aus dem Landkreis erhalten; Trockenbau: Zuschlag für eine Firma aus dem Landkreis; Dämmfassade, Putz, Beleuchtung: alle drei Zuschläge gehen an Firmen aus Eilsen. Estrich: Zuschlag für eine Firma aus dem Landkreis; Fliesen-, Naturstein-, Schlosser- und Malerarbeiten sind zwar noch nicht vergeben - angeschrieben wurden aber fast ausnahmslos nur Firmen aus dem Landkreis. Lediglich bei den Fußbodenbelägen habe sich eine Firma aus Hameln gegen ihre Schaumburger Mitbewerber durchsetzen können; sie gab das günstigste Angebot ab.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare