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"Es ist ein Traum wahr geworden": Mehr als 600 Menschen feiern Eröffnung der neuen Aksa-Moschee

"Die Begegnung ist unser Wunsch, unser Wille"

Stadthagen (sk). Am Sonnabendmittag haben mehr als 600 türkisch- sowie deutschstämmige Stadthäger Bürger die Eröffnung der neuen Aksa-Moschee an der Enzer Straße gefeiert. Die offiziellen Redner im Festzelt hoben sämtlich das notwendige und in Stadthagen erfolgreich praktizierte Neben- und Miteinander von Muslimen und Christen hervor. Respekt, Toleranz, Dialog lauteten wiederkehrende Kernbegriffe.

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Das Zelt vor der Moschee konnte die Menge der Besucher nicht fassen. Von außen drängten Gäste an den Planen, applaudierten den Reden und musikalischen Darbietungen. "Es ist ein Traum wahr geworden", freute sich Ali Ishan Ünlü, Generalsekretär der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. in Deutschland (Ditib) und Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Stadthagen (Tisk), dem Bauherrn der Moschee. Das di e türkische Gemeinde den großen Tag nicht vorwiegend unter sich feierte, sondern zahlreiche deutschstämmige Mitbürger der Einladung gefolgt waren, freute Ünlü ganz besonders. Die Begegnung, das Miteinandersein ist "unser Wunsch, unser Wille", betonte Ünlü im Namen der türkischen Gemeinde. Beider Stadt bedankte sich Ünlü für ein zügiges Genehmigungsverfahren für den Moscheebau. Eine Moschee sei ein "Ort des Findens und der Begegnung", erklärte Sadi Aslan den Sinn und Zweck des islamischen Gotteshauses und Gemeindezentrums. Der Präsident der Ditib dankte für die "Offenheit der Gesellschaft", die die Einrichtung der Moschee möglich gemacht habe. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann, die gemeinsam mit Sadi als Eröffnungsritual ein Band vor dem Moschee-Eingang zerschnitt, erinnerte an die Situation vor 40 Jahren, als türkische Gastarbeiter nach Deutschland gekommen waren. Deren Existenz habe die deutsche Bevölkerung eher am Rande wahrgenommen. Und die türkischen Arbeiter seien ihrerseits nicht auf die Idee gekommen, eine Moschee zu bauen: Sie würden ja wieder weggehen. Aber, so Heister-Neumann, "sie sind geblieben" und "wir sind Nachbarn geworden." Sich achten und respektieren, die Begegnung und der Dialog seien eine "der größten Hoffnungen für Frieden", sagte die Ministerin. Für die Landespolitikerin brachte die Teilnahme an der Veranstaltung eine persönliche Premiere. Erstmals habe sie eine Moschee betreten. "Und das in Niedersachsen", freute sich Heister-Neumann. Bürgermeister Bernd Hellmann wies auf eine Entwicklung hin, die bei einigen Menschen innerlich an-ecke. Etliche katholische und evangelische Kirchen werden in diesen Jahren geschlossen. Brauche man da andererseits weitere Religionsstätten wie eine Moschee, fragten sich etliche Zeitgenossen. "Ja", betonte Hellmann. Denn die Moschee sei eine Heimstatt für die Muslime.

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