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Bauarbeiten sind möglich, Winterdienst ist nicht nötig

Die Auswirkungen des warmen Dezembers

Der aktuelle Monat hat gute Chancen, als wärmster Dezember seit Beginn der Aufzeichnung zu gelten. Die Auswirkungen: In der Baubranche ist von winterbedingter Pause nichts zu spüren. Die Stadt lässt Pflasterarbeiten erledigen. Und: Sie spart beim Winterdienst. Vögel sollten trotzdem gefüttert werden, rät der Nabu.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Bad Münder. Es grünt so grün, während Weihnachtskerzen glühen – von der Aussicht auf weiße Weihnachten haben selbst unverbesserliche Optimisten inzwischen Abstand genommen. Der aktuelle Dezember hat gute Chancen, als wärmster Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnung zu gelten.

In der Baubranche ist von winterbedingter Zwangspause nichts zu spüren, bei Tagestemperaturen um 15 Grad gibt es keinen Grund, die Arbeiten einzustellen. „Es ist derzeit schwierig, Firmen zu bekommen“, hat Uwe Hünefeld, Fachbereichsleiter Bauen bei der Stadt, dennoch festgestellt. Die Gründe dafür: Wer Mitarbeiter zur Verfügung hat, ist bereits im Einsatz – wer in Erwartung frostiger Temperaturen seinen Mitarbeitern Urlaub gewährt hat, hat geschlossen. „Die Leute haben das ganze Jahr über gearbeitet, sie haben sich eine Verschnaufpause verdient“, sagt Heinz Peter Peschke, Chef von Prima Bau. Erst am 11. Januar geht‘s bei ihm wieder los.

Im Bereich Tiefbau hat die Stadtverwaltung derzeit zahlreiche offene Baustellen – und Hünefeld ist froh, sie noch in diesem Jahr bedienen zu können: Pflasterregulierungen am Steinhof, nach einem Wasserrohrbruch auch an der Langen Straße, die Bankette zwischen Eimbeckhausen und Egestorf, die noch erneuert werden muss. Arbeiten in Bakede, Klein Süntel und in der Kernstadt hat die Stadt noch auf der Liste. „Wir geben Vollgas, solange es noch möglich ist“, sagt Gerd Stracke vom Fachbereich Bauen.

Überaus positiv wirken sich die milden Temperaturen auf die Finanzlage der Stadt aus: Geringe Heizkosten sind ein Aspekt, noch geringere Ausgaben für den Winterdienst ein anderer. „Die Salzlager im Bauhof sind voll“, erklärt Hünefeld – und müssen in den kommenden Tagen wohl auch nicht angegriffen werden.

„Alles im grünen Bereich“ heißt es auch bei Landwirten. Die aktuell milden Temperaturen seien deutlich weniger dramatisch als später Frost im Frühjahr. Wenn es tagsüber sehr warm, nachts hingegen extrem kalt sei, könne das zu Ausfällen führen.

Trotz der milden Temperaturen rät der Nabu derzeit dazu, Wintervögel durch artgerechte Fütterungen zu unterstützen. Auch ohne Schnee und Eis reiche das Nahrungsangebot in der Natur für Vögel nicht mehr aus. „Hecken und Büsche fehlen, Früchte sind kaum noch zu finden. Eine regelmäßige Fütterung ist inzwischen für viele Vögel überlebenswichtig“, sagt Britta Raabe von der Nabu-Regionalstelle.

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