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Seit gestern kann wieder geschwommen werden: Die neue Freibadsaison hat begonnen / 29 Grad

"Die alte Tante Sonnenbrinkbad lebt noch"

Obernkirchen (rnk). Schnur stracks geht die Frau mit der Tasche in der Hand auf die Umkleidekabinen zu, zwei Minuten später ist sie im Wasser und zieht die erste Bahn der neuen Freibadsaison. Wenig später gibt es kein Halten mehr: Rund 20 Schwimmer, alles Mitglieder des Fördervereins, ziehen am Sonnabendnachmittag ihre Runden. Und sind sich natürlich einig: Schön, dass es wieder losgeht.

Und hinein ins Vergnügen: Seit gestern können hier wieder die Ru

Schneller ist da nur noch das Fernsehen. Sat 1 war schon am Freitag zu Besuch und hat die Zuschauer abends darauf eingestimmt, was man seit gestern wieder in der Bergstadt kann: schwimmen. Und zwar bis in den November hinein; früher öffnet in Niedersachsen kein Bad, und länger hat auch keines geöffnet. Am Sonnabend gab es Kaffee, Sekt und Schnittchen für die Mitglieder des Fördervereins, ein kleines Dankeschön für ihre finanzielle Unterstützung. Und natürlich ist es im Freibad wie überall anders auch: Das Geld reicht nicht. Vor allem, wenn die Filteranlage saniert werden muss wie in diesem Jahr. Einen hohen fünfstelligen Betrag hat die Sanierung gekostet, von immer neuen Zahlen, die den Etat belasten, spricht Rosemarie Fichtner als stellvertretende Vorsitzende in ihrer Eröffnungsrede. Ein bisschen deprimierend sei es schon, erzählt sie später am Beckenrand, wenn "das Geld immer im Boden verschwindet". Schließlich könnte ja auch das Ambiente mal angehübscht werden, etwa mit einem neuen Pavillon. Aber es ist auch viel Stolz bei Rosemarie Fichtner herauszuhören, wenn sie von der "alten Tante Sonnenbrinkbad" spricht, die "immer noch lebt". Geht es nach dem Förderverein, wird das auch noch ein paar Jahre so bleiben: "Sie ist es auch wert", sagt Frau Fichtner. Doch unter dem Strich zählen die Zahlen, und die hängen von den Einnahmen und damit vom Wetter ab. Wie 2007, als nach dem wunderschönen April nur noch Monate voller Tristesse kamen und die Besucherzahlen heftig in den Keller rauschten: Scheint keine Sonne, helfen auch 29 Grad Wassertemperatur nur noch bedingt: Nicht nur der Förderverein hofft auf einen langen, heißen Sommer. Saniert werden kann immer nur in verschiedenen Etappen, erklärt Werner Obst derweil bei Rundgang durch die Technik. Aus zwei Gründen: zeitlich und finanziell geht es nicht anders, die lange Saison lässt wenig Spielraum für umfangreiche Sanierungen. Obst, den Rosemarie Fichtner in ihrer Ansprache als "Seele des Bades" bezeichnet hatte, erklärt die Maßnahmen der letzten vier Jahre. Die Botschaft ist nicht zu überhören: Hier unten, in der Technik, wird im Grunde alles neu gemacht. Gestern also wurde offiziell die Vorsaison eröffnet, rund 250 Schwimmer wurden bis Mittag gezählt. "Das zeigt schon, wie stark auf die neue Saison gewartet wurde", erklärt Freibad-Cheforganisatorin Christine Nähring. Das Bad ist von 6 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr an den Wochentagen geöffnet (am Mittwoch und Freitag dabei sogar bis 20 Uhr), am Sonnabend ist von 8 bis 17 Uhr geöffnet, Sonntag kann von 8 bis 13 Uhr geschwommen werden.

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