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Diamantene Hochzeit mit dem Schal-Dieb aus Nettelrede

NETTELREDE. Es war damals vermutlich der Treffpunkt der Jugend: das Gasthaus zur Post in Bad Münder. Als der Mandolinenverein in der Gaststätte seinen Weihnachtsball feierte, funkte es zwischen Willy und Gudrun Haschke bereits – und beim Faschingsball wenige Monate später nahm man dann Kontakt auf.

60 Jahre mit einem frechen Dieb verheiratet: Gudrun Haschke mit ihrem Ehemann Willy. Foto: Werner

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Monika Werner Reporterin

Damit ihm seine Flamme aber nicht gleich wieder durch die Lappen ging, mopste Willi Haschke ihr den wärmenden Schal. „Wenn du den wieder haben willst, musst du ihn dir in Nettelrede abholen“, sagte er frech, hatte aber den erwünschten Erfolg. Gudrun Bormann machte sich zu Fuß auf den Weg, um sich ihr Eigentum zurück zu holen.

Das war 1953, drei Jahre später waren sie verlobt und heute vor sechzig Jahren traten sie vor den Traualtar. Zunächst wohnten sie bei ihren Eltern in Bad Münder, nachdem aber die beiden Kinder, Martin und Claudia, geboren waren, wurde es zu eng, so dass sie beschlossen, sich ein Häuschen zu bauen.

Willi Haschke ist leidenschaftlicher Tischler und arbeitete 46 Jahre bei Casala, zunächst in Nettelrede, dann in Lauenau. Auch zuhause sind viele Möbel selbst gebaut, sogar die große Schrankwand im Wohnzimmer stammt aus seiner Hand. Gudrun Haschke arbeitete als Verkäuferin bei Eisen Hartmann.

Seit 1977 wohnen sie nun am Ächternfeld in Nettelrede und haben sich gut in das Dorf integriert. 30 Jahre waren sie Mitglied im Siedlerbund und erinnern sich gern an Fahrten und Feste. Seit 35 Jahren geht Gudrun Haschke zur Gymnastikgruppe des DRK, wo nicht nur geturnt wird, sondern auch Gedächtnistraining auf dem Programm steht. Bekannt ist die rüstige 80-Jährige aber besonders durch ihr Akkordeon, das sie seit ihrem zehnten Lebensjahr begleitet. Sie spielt lediglich nach Gehör und hat schon so manche Feier mit ihrer Musik bereichert. Selbst zu ihrem Geburtstag im Januar hat sie selbst gespielt, unterstützt von Silvia Meier, die in ihre Fußstapfen treten soll.

Urlaubsziele: Ostsee,
Berge oder Eckernförde

Mit ihren Kindern reisten sie gern an die Ostsee nach Eckernförde, später waren ihr Ziel die Berge, zwei Mal im Jahr wurde auf jeden Fall ausgeflogen. Eine Enkeltochter ist nun gerade nach Eckernförde gezogen und so nutzte das Paar die Gelegenheit und feierte den 85. Geburtstag von Willi Haschke am alten Urlaubsort. Die Diamantene werden sie in kleinem Kreis bei Tochter Claudia feiern, die die obere Wohnung im Elternhaus bewohnt. Sie freuen sich, mit alten Freunden und Nachbarn ein paar gemütliche Stunden zu verbringen.

Eine besondere Freude hat ihnen die langjährige Freundin Ursel Schmidt bereitet: Sie hängte ein mit „Edelsteinen“ besetztes Buchsbaumherz an die Haustür.

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