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Awo GSD: DaVita-Konzern soll Einrichtungen an allen Standorten zum 1. Oktober übernehmen

Dialyse und MVZ sind verkauft

Bad Münder. Der amerikanische DaVita-Konzern ist schneller als alle anderen Bieter für Bereiche der insolventen Arbeiterwohlfahrt-Gesundheitsdienste zum Zug kommen. Gestern Abend teilte Dr. Rainer Eckert als Generalbevollmächtigter mit, dass die Verhandlungen mit dem Dialysespezialisten abgeschlossen sind. „Die Unterzeichnung des Kaufvertrages ist erfolgt.“ DaVita will zum 1. Oktober die ambulanten Dialysebereiche und die Medizinischen Versorgungszentren der Awo GSD übernehmen.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Mit Dialysezentren sind die Gesundheitsdienste an den Standorten Bad Münder (24 Plätze), Hannover (16 Plätze) und Hann. Münden (47 Plätze) vertreten, Dialyseplätze werden zudem noch in Bad Pyrmont (10 Plätze) und Stadthagen (22 Plätze) betreut. Medizinische Versorgungszentren gibt es am Deisterhang und am Nephrologischen Zentrum Niedersachsen in Hann. Münden.

Fraglich war bislang, ob die Bereiche ambulante Dialyse und MVZ auch separat veräußert werden können, ohne die entsprechende Anerkennung zu gefährden. In dieser Frage soll die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen zwischenzeitlich Zustimmung signalisiert haben. Noch offen ist allerdings die Zustimmung der Gläubigerausschüsse und des zuständigen Insolvenzrichters am Amtsgericht Hannover, da es auch um die Verteilung der Einnahmen im Falle eines Verkaufs geht. „Es bedarf noch weiterer Zustimmungen, die dann den Vollzug zum 1. Oktober ermöglichen“, sagt Eckert.

Ein Vorteil, der beim Vorab-Verkauf einzelner Bereiche an DaVita gesehen wird: Aus dem Erlös könnte die notwendige Liquidität gewonnen werden, um stationäre Bereiche der Awo GSD zumindest eine Zeit lang weiter fortzuführen. Vorgesehen ist ein „Asset Deal“, bei dem der Verkäufer für die im Unternehmen verbliebenen Verpflichtungen haftet. Dass der Verkaufserlös zur Bedienung aller Forderungen im Insolvenzverfahren ausreichen wird, wird allerdings nicht erwartet.

Direkt betroffen von dem Verkauf sind zunächst 105 Mitarbeiter. Ihre Arbeitsverhältnisse gehen auf die DaVita Süd-Niedersachsen über, teilt Eckert mit. Seine Einschätzung: „Ein wichtiges Signal für Mitarbeiter, Patienten und Zuweiser, dass es hier nahtlos weitergeht.“ DaVita beabsichtige eine intensive Zusammenarbeit mit dem stationären klinischen Bereich an den Standorten, erklärte Eckert. Neben dem Kaufvertrag seien auch entsprechende Kooperationsverträge geschlossen worden.

Die Betriebsratsvorsitzende Ute Giesecke bestätigte gestern auf Nachfrage die Zustimmung der Mitarbeitervertretung Interessenausgleich. Im Kern bedeute das Ergebnis der Verhandlungen eine „Besitzstandsicherung“ für die Beschäftigten der Versorgungszentren und einen Betriebsübergang im Bereich der ambulanten Dialysezentren. „Keiner verliert etwas, keiner wird entlassen. Null Nachteile“, zeigt sich Giesecke mit dem Ergebnis der Verhandlungen durchaus zufrieden.

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