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FDP sieht Möglichkeit der Verbesserung der Verkehrsanbindung

Der Zug ist noch nicht abgefahren

Bad Münder. Ein zweiter S-Bahn-Haltepunkt in Springe, kaum einen Kilometer vom bestehenden Bahnhof entfernt? In münderschen Ortsteilen sorgt die aktuelle Planung im Nahverkehrsplan der Region Hannover für Kopfschütteln. Der FDP-Stadtverband reagiert mit der Erneuerung einer Forderung – der nach der Reaktivierung des Haltepunktes bei Hasperde.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Würde der ehemalige Bahnhof in Hasperde wieder in Betrieb genommen, könnten die umliegenden Ortsteile von Bad Münder und Coppenbrügge, das zu Hameln gehörende Sünteltal sowie das Gewerbegebiet Rascher Ort für die S-Bahn erschlossen werden, so die Argumentation der FDP. „Dies wäre ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Verkehrsanbindung des ländlichen Raumes und zur Steigerung von dessen Attraktivität“, erklärt Stadtverbandschef Peter Lehmann.

Tatsächlich findet sich der Vorstoß einer Reaktivierung des Haltepunktes Hasperde aber nicht in der Liste, die Verkehrsminister Olaf Lies Mitte Mai vorgestellt hat. Rund 40 Kommunen zwischen Nordsee und Harz hatten ihre Wünsche zur Reaktivierung von Bahnhaltepunkten übermittelt, die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) unterzog 38 Stationen einer Analyse und bewertete sie. „Hasperde war nicht dabei“, sagt LNVG-Sprecher Rainer Peters. Er weist darauf hin, dass die Hürden für eine Wiederinbetriebnahme eines stillgelegten Haltepunktes durchaus hoch liegen. Unter anderem geht es ums „Einwohnerpotenzial“: Im 1,5-Kilometer-Radius um den Haltepunkt muss dieser bei mehr als 2000 Einwohnern liegen. Die Entfernung zum nächsten Haltepunkt oder Bahnhof muss über drei Kilometer betragen, der Hauptort direkt an der Schienenstrecke liegen. Die Auflage, dass die Strecke von einer Regional- oder S-Bahn bedient wird, ist erfüllt – allerdings darf die Reaktivierung eines Haltepunktes auch nicht dazu führen, dass Anschlüsse in den Knotenbahnhöfen gefährdet werden. Zwei oder drei Minuten, die für das Abbremsen des Zuges, das Ein- und Aussteigen und das Beschleunigen gerechnet werden müssen, könnten schon zum Problem werden. „Auch die fahrplantechnische Machbarkeit muss gegeben sein“, sagt Peters. Er weist darauf hin, dass Initiativen zur Reaktivierung noch gestartet werden können – wenn Kommunen sie für erforderlich halten. „Der Zug für Hasperde ist noch nicht abgefahren.“ Beachtet werden müsse dabei aber auch die finanzielle Komponente: Zwar übernehme das Land 75 Prozent der Kosten für die Einrichtung, 25 Prozent müsse allerdings die Kommune beisteuern. „Nicht jede Kommune kann oder will diese Investitionen stemmen. Da kann es schnell um Millionen gehen“, so Peters.

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