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Rezess besagt: Bauherren brauchen keine Genehmigung einer Zuwegungsbaulast seitens der Stadt

Der Weg zur Pultdachhalle ist jetzt frei

Egestorf (st). Dem Bau einer Pultdachhalle auf einem Grundstück im Sünteldorf Egestorf steht offenbar nichts mehr entgegen. Nicht einmal das mögliche Veto der Stadt für die Nutzung eines zum betreffenden Grundstück führenden Weges könnte das Vorhaben stoppen.


Der Weg liegt zwar auf städtischem Grund und Boden, alte Verträge – sogenannte Rezesse – sollen aber laut neuesten Erkenntnissen besagen, dass die Besitzer der Anliegergrundstücke ein Wegerecht besitzen. Und das muss ihnen auch nicht erst per sogenannter Zuwegungsbaulast erteilt werden, wie bisher angenommen. Zahlreiche Anwohner hatten nämlich gehofft, dass der Rat dem Bauvorhaben durch die Versagung der Zuwegungsbaulast einen Riegel vorschieben könnte. Sie befürchten, dass der Bauherr die Holzproduktion auf seinem Grundstück nach Errichtung der Halle noch steigern wird – und es vermehrt zu Lärmbelästigung durch Lieferverkehr und Motorsägen kommt.

Da es sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Bauvorhaben handelt, haben jetzt weder Politik noch Verwaltung eine Möglichkeit, das Projekt zu verhindern – ein Problem mit der Zuwegung wäre der letzte Joker gewesen.

Karl-Heinz Knigge vom Referat Stadtentwicklung: „Da können wir nichts gegen unternehmen – und das werden wir auch nicht.“ Knigge glaubt, dass die Anlieger sich als faire Verlierer präsentieren. „Wenn der Bauherr jetzt seinen Rechtsanspruch nachweisen kann, dann denke ich, dass das auch von der Nachbarschaft akzeptiert wird.“

Auch Ortsbürgermeister Rolf Wittich ist der Meinung, dass die Tatsache jetzt angenommen werden müsse. „Was Recht ist, muss Recht bleiben“, sagt Wittich. „Wir können sowieso nichts mehr unternehmen.“ Bleibt abzuwarten, ob die direkten Nachbarn das auch so sehen.

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