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Münderaner auf Haiti-Hilfe vorbereitet

Der Reisepass liegt mittlerweile immer griffbereit

Bad Münder (jemi). Dr. Anja Rocksin und Lutz Fricke aus Bad Münder schauen sich in diesen Tagen besonders aufmerksam die Nachrichten an. Heute erreicht die erste Truppe der Johanniter die Dominikanische Republik, um von dort aus dort den Opfern des schweren Erdbebens in Haiti zu helfen. Das Münderaner Paar engagiert sich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, er als Leiter der Rettungshundestaffel Hannover, sie unter anderem als Tierärztin.

Ohne Reisepass kein Auslandseinsatz: Anja Rocksin und Lutz Frick

Das erste Erkundungsteam der Hilfsorganisation wird in Haiti die Lage checken und entscheiden, welche Kräfte aus Deutschland nachrücken müssen, erklären die Johanniter. „Natürlich verfolgen wir die neusten Entwicklungen dorti, aber wir sitzen hier noch nicht auf gepackten Koffern“, sagt Fricke. Seine Partnerin Rocksin erklärt allerdings, dass sie Vertreter für ihre Praxis in petto hat, die so schnell wie möglich einsetzbar sind, falls doch ein Anruf kommt. „Für mich ist einfach wichtig, dass der Betrieb in der Praxis auch ohne mich weiterlaufen könnte“, erklärt Rocksin. Die Patienten müssten schließlich versorgt und gut betreut werden.

Vor knapp 18 Monaten ging alles ziemlich schnell. Damals reisten sie in den afrikanischen Dschungel, um nach einer Forscherin zu suchen (NDZ berichtete). Der Reispass gehört seitdem zur festen Ausstattung des Paares. Damals mussten die beiden noch mit einem vorläufigen Pass die Reise antreten.

Während die Tierärztin schon seit 2000 den Johannitern angehört, ist Hauptkommissar Fricke im Jahr 2003 durch seinen Hund zum gemeinnützigen Verein gekommen. „Das Tier muss schließlich beschäftigt werden“, sagt er. Mittlerweile ist sein Labrador ausgebildeter Rettungshund. Die Münderaner spekulieren in keiner Weise auf den Auslandseinsatz, aber sie würden sich auf eine erneute Hilfeleistung im Ausland einlassen. „Es geht uns nicht explizit darum, im Ausland zu helfen“, betonen beide. Rettungseinsätze vor Ort hätten den gleichen Stellenwert. Jetzt verlassen sich Fricke und Rocksin darauf, dass ihre Kollegen in Haiti die Situation richtig einschätzen und die geeigneten Helfer anfordern. Nicht die Masse der Einsatzkräfte sei entscheidend, sondern die richtige Logistik und das Material, erläutert Fricke. Verarbeitet haben beide den letzten Einsatz ohne größere Probleme: „Man sollte schon belastbar sein und man kann auch nicht von heute auf morgen wieder zur normalen Tagesordnung übergehen“, meint Rocksin und sagt weiter: „Bevor man sich zu so einem Einsatz entschließt, könne es nicht schaden, sich selber zu kennen und einschätzen zu können.“

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