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NDZ fragt nach: Berufswunsch Pilot, Profisportler oder Prinzessin – was aus Kindheitsträumen wurde

Der Frisör, den Flugzeuge so faszinierten

Bad Münder. „Und was willst du werden, wenn du groß bist?“ Profi-Fußballer, Pilot oder Prinzessin – fragt man Mädchen und Jungen nach ihrem Berufswunsch, geben sie häufig eine dieser Antworten. Während der Schulzeit ändern sich ihre Zukunftspläne: Die eigenen Fähigkeiten werden deutlich, und (finanzielle) Sicherheit spielt bei der Berufswahl eine erhebliche Rolle. Wir haben in Bad Münder nachgefragt, was aus Kindheitsträumen wurde.

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Autor:

Lilian Bertram

„Als Junge wollte ich Astronaut werden“, sagt Pastor Dietmar Adler. „Schwerelos zu sein und in fremde Welten aufzubrechen“, hätten ihn daran gereizt. „Etwa drei bis vier Monate vor meinem Abitur habe ich beschlossen, Theologie zu studieren – mit dem Berufswunsch Pastor.“

Klar war die Sache für Elke Nootny. „Ich wusste eigentlich genau, was ich werden wollte – Lehrerin.“ Für sie lag es nahe, sich für den Beruf zu entscheiden, der in ihrer Familie verbreitet war. Die 70-jährige Münderanerin fügt hinzu: „In der Nachkriegszeit hatten wir nicht so viele Träume.“

„Ich wollte etwas machen, wo man tüfteln muss, zum Beispiel Fernseher reparieren“, erinnert sich Heiko Knigge, Fachdienstleiter Personal und Zentrale Dienste bei der Stadt Bad Münder. „Wenn zuhause etwas kaputtgeht, versuche ich immer, es selbst zu reparieren.“

Günther Rathmann, Kurgast aus Schleswig-Holstein, träumte, wovon viele Jungen seiner Generation träumten: „Ich wollte Lokomotivführer werden“, erzählt der 77-Jährige. „Später habe ich als Flugsimulatortechniker gearbeitet.“

Peter Bogorinsky, Küchenmeister, Konditor und Ausbilder im Berggasthaus „Ziegenbuche“ wollte ursprünglich Polizist werden. „Ich war gut im Sport und habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn“, sagt der 52-Jährige. Doch mit 13 entdeckte er das Kochen für sich. „In der Hauptschule habe ich statt Werken Hauswirtschaft belegt.“

„Unheimlich fasziniert haben mich als kleiner Junge die viermotorigen Maschinen, die in Deutschland stationiert waren“, erzählt Frisörmeister Claus-Dieter Hohlweck. Er habe beeindruckt zu den Flugzeugen aufgeschaut, wenn diese zu 30 bis 40 Stück am Himmel flogen – und träumte davon, Pilot zu werden. Durch Zufall sei er später zu seinem Handwerk gekommen.

Profi-Fußballer oder -Handballer zu werden, dafür konnte sich der 29-jährige Sebastian Hanf in seiner Kindheit begeistern. „Eigentlich wollte ich das irgendwann machen, was ich jetzt mache und in den elterlichen Betrieb einsteigen“, sagt der Einzelhandelskaufmann, der seit rund zehn Jahren mit Vater Udo Frischgeflügel auf dem münderschen Wochenmarkt verkauft.

Von seinem jetzigen Beruf zu träumen, kam Optikermeister Johann Hasenfuss nicht in den Sinn. „Ich bin auf dem Land aufgewachsen und war damals so unbedarft.“ Erst mit dem Schulabschluss im Alter von 15 Jahren wurde es ernst. „Der Beruf des Goldschmieds oder Optikers kam für mich in Frage“, erinnert er sich. „Erst bin ich zum Goldschmied gegangen und habe nach der Lehrstelle gefragt. Die war allerdings schon besetzt, also bin ich in das Optiker-Geschäft nach nebenan gegangen“, so Hasenfuss mit einem Schmunzeln.

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