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Einrichtung verliert einen kompetenten Wissenschaftler / Matter hat Weichen für die Zukunft gestellt

Der Chef geht, aber die Lufa bleibt in Hameln

Hameln (CK). Er gilt als die Respektsperson schlechthin, und seine rund 90 Mitarbeiter sehen ihn nur äußerst ungern scheiden – mit Dr. Yehia Matter, dem Leiter der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) am Finkenborner Weg, verabschiedet sich ein Wissenschaftler in den Ruhestand, dem allseits hohe fachliche wie auch soziale Kompetenz bescheinigt wird. Und wie das so oft üblich ist bei Verabschiedungen, stellt sich auch bei der Lufa Nord-West die Frage nach der Zukunft, zumal noch vor gut einem Jahr eine Schließung des Standortes Hameln und die Verlagerung der beiden hier ansässigen Institute nach Oldenburg zur Debatte stand.

Die Lufa profitabel gemacht: Nach über 30 Dienstjahren hat Dr. Y

Was die Mitarbeiter sicher gern hören: Für Dr. Franz-Peter Engling, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Hannover, zu der die Lufa mit ihren Standorten Oldenburg und Hameln gehört, ist das kein Thema, wie er versichert. „Über eine Schließung des Standortes Hameln gibt es überhaupt keine Diskussion“, entkräftet er alle in diese Richtung gehenden Befürchtungen.

„Das Thema Schließung ist vom Tisch“, sagt auch Michael Roepke, Personalrat und zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Lufa Nord-West. Und das sei im wesentlichen das Verdienst von Matter. „Durch seine Weitsicht und seinen Einsatz wurde der Standort Hameln neu ausgerichtet.“ Sei das Institut früher ausschließlich nach den Grundsätzen des öffentlichen Dienstes geführt worden, so werde heute nach privatwirtschaftlichen Richtlinien gearbeitet. „Wir sind durchaus profitorientiert“, versichert auch der scheidende Chef und verweist nicht ohne Stolz auf die dreiprozentige Rendite, die die Lufa erwirtschaftet habe. „Wir schreiben schwarze Zahlen, und das ist eine Garantie für die Existenz des Standortes Hameln.“

Waren es früher ausschließlich Bodenuntersuchungen auf Nährstoffe, die die Lufa durchführte, so hat sich übrigens das Aufgabenspektrum erheblich erweitert: Schwermetallanalytik ist ein weiteres Standbein, Dioxinanalytik ein anderes. Auftraggeber sind Kommunen, Behörden, Landwirte oder die Polizei, aber auch Privatleute oder große Handelsketten, die Qualitätskontrollen in Auftrag geben.

Der studierte Chemiker Matter, dessen Ausbildung von Ägypten über Braunschweig und Göttingen führte, der vor 30 Jahren als Leiter einer Gruppe bei der Lufa in Hameln begann und dem zuletzt das Institut für Düngemittel und Saatgut unterstand, hinterlässt ein geordnetes Haus.

„Sie haben mich quasi arbeitslos gemacht“, bescheinigt Personalrat Roepke dem 65-Jährigen, für den die Mitarbeiter nach eigenen Aussagen so etwas wie eine zweite Familie waren.

Damit meint Roepke, dass der jetzt ausscheidende Chef Probleme erst gar nicht habe entstehen lassen, wie ihm auch die übrigen Mitarbeiter, darunter Chefsekretärin Maria Kolze bescheinigen, immer ein Ansprechpartner gewesen zu sein, den sie ehrlichen Herzens vermissen würden. Und auf Wunsch der Mitarbeiter wird es mit Dr. Helmut Appuhn (Institutsleiter Boden und Umwelt) künftig nur noch einen Chef geben. Eine junge Diplom-Agraringenieurin soll das Team allerdings verstärken

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