weather-image
25°

Den Verschwendern geht ein Licht auf

Nicht nur der Weltklimagipfel in Kopenhagen hat das Thema Energiesparen wieder stärker ins Bewusstsein der Verbraucher geholt. Ein Blick aus dem Fenster in den nasskalten und dunklen Winter reicht, um sich ernsthafte Gedanken um die Energiekosten und damit ums Energiesparen zu machen. Bei der Verbrennung von Energieträgern wie Kohle, Holz, Erdöl oder Erdgas entstehen die verschiedensten Schadstoffe. Unter anderem Kohlendioxid (CO2), das die Erdatmosphäre erwärmt und den Treibhauseffekt verstärkt.

270_008_4237081_hin102_250.jpg

Autor:

Andrea Gerstenberger

Nicht nur der Weltklimagipfel in Kopenhagen hat das Thema Energiesparen wieder stärker ins Bewusstsein der Verbraucher geholt. Ein Blick aus dem Fenster in den nasskalten und dunklen Winter reicht, um sich ernsthafte Gedanken um die Energiekosten und damit ums Energiesparen zu machen.

Bei der Verbrennung von Energieträgern wie Kohle, Holz, Erdöl oder Erdgas entstehen die verschiedensten Schadstoffe. Unter anderem Kohlendioxid (CO2), das die Erdatmosphäre erwärmt und den Treibhauseffekt verstärkt. Deutschland ist nach den USA, Russland, China und Japan der fünftgrößte Energieverbraucher der Welt. Es verursacht vier Prozent des gesamten energiebedingten Kohlendioxid-Ausstoßes. Und das ist mehr, als ganz Afrika freisetzt. Gut ein Viertel davon entfällt auf Privathaushalte. Die meiste Energie im Haushalt – 76 Prozent – wird zum Heizen benötigt. 2 Prozent macht die Beleuchtung aus, 10 Prozent entfallen auf Haushaltsgeräte und 12 Prozent auf die Warmwasseraufbereitung. Was also kann getan werden?

Öfter lüften: Richtiges Lüften kann einiges an Energie sparen. Deshalb müssen dauerhaft gekippte Fenster vermieden und sollte mehrmals am Tag für einige Minuten stoßgelüftet werden. Dabei die Heizung runterdrehen und die Fenster weit öffnen. Bei Frost nicht länger als zwei bis drei Minuten, bei 15 Grad Außentemperatur eine Viertelstunde. Danach die Heizung wieder aufdrehen. Ein Vier-Personen-Haushalt kann so rund 509 Kilogramm CO2 vermeiden.

Die herkömmliche Glühlampe ist ein Stromverschwender – und
  • Die herkömmliche Glühlampe ist ein Stromverschwender – und deshalb mit dem Umweltschutz nicht vereinbar. Foto: Bilderbox

Raumtemperatur: Zu hohe Raumtemperaturen steigern nicht nur die Gefahr von Erkältungskrankheiten, sondern kosten auch viel Energie und somit Geld. Jedes Grad geringere Raumtemperatur senkt die Heizkosten um sechs Prozent. 20 Grad gelten als angenehme Raumtemperatur für Wohn- und Arbeitsräume, in Schlafzimmern 17 Grad. Ein Vier-Personen-Haushalt kann so rund 407 Kilogramm CO2 vermeiden.

Heizungsthermostate/ Raumtemperaturregler: Thermostatregler an den Heizungen sorgen für eine konstante Wunschtemperatur und verhindern ein wiederholtes Aufheizen und Abkühlen der Wohnung. Besser noch sind programmierbare Raumtemperaturregler, die bei Abwesenheit oder nachts von selbst die Raumtemperatur absenken und rechtzeitig wieder langsam erhöhen für ein angenehmes Raumklima. Ausgekühlte Wände und Möbel aufzuheizen, schluckt viel Energie, gleichmäßiges Beheizen spart Geld und schont die Umwelt.

Freie Heizkörper: Ungünstig für die Wärmeverteilung sind zugestellte oder zugehängte Heizkörper, denn Wärmebarrieren verhindern, dass sich die Luft gleichmäßig im Raum verteilt. Im Zimmer bleibt es kühl, weil sich die warme Luft staut und Thermostatventile können so nicht die Raumtemperatur regeln. Bis zu fünf Prozent Heizenergie können Sie sparen, wenn Sie ihrem Heizkörper genügend Freiraum lassen.

Warmwasser richtig mischen: Erst zu kalt, dann zu heiß – das Mischen mit Zwei-Griff-Armaturen ist nicht nur mühsam, sondern es fließen auch erhebliche Mengen erwärmtes Wasser ungenutzt ab. Bequemer und sparsamer geht es mit Einhandmischern. Schnell und genau sorgen sie für die richtige Wassertemperatur ohne Wasserverlust beim Einregeln.

Elektronisch geregelte Durchlauferhitzer: Sie sollten das Wasser dort aufbereiten, wo Sie es brauchen und wenn Sie es brauchen. Stellen Sie am Gerät die gewünschte Wassertemperatur ein, dann haben Sie es sofort so, wie Sie es haben wollen – ohne Wasser- und Energieverschwendung beim Einstellen und durch lange Wege. Durchlauferhitzer sind wirtschaftlicher als elektrisch beheizte Warmwasserspeicher. In Neubauten ist es leicht, Solarkollektoren einzubauen, die das Wasser mit Sonnenkraft erwärmen.

Energiesparlampen: Auch wenn der Strom für Haushaltsgeräte und Beleuchtung nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den Energiekosten ausmachen, so liegt auch hier ein beträchtliches Einsparpotenzial. Der Einsatz von Energiesparlampen setzt sich trotz höherem Anschaffungspreis immer mehr durch. Die Energiesparlampen wandeln bis zu 50 Prozent der elektrischen Energie in Licht um und erzeugen somit mit einem Bruchteil des Stroms die gleiche Helligkeit wie Glühlampen. Mit nur 11 Watt wird etwa die Helligkeit einer 60-Watt-Glühlampe erzeugt – und das bei durchschnittlich 10 000 Betriebsstunden, zehnmal so lange wie die Lebensdauer eines Leuchtmittels mit Glühfaden. Noch sparsamer ist die neue LED-Technik.

Kühlgeräte: Neue Kühl- und Gefriergeräte der Energieeffizienzklasse A++ verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als ein Gerät vergleichbarer Größe, das 10 Jahre oder älter ist. Und selbst bei den modernen Geräten gibt es beim Verbrauch Unterschiede von Klasse A++ zu A von bis zu 50 Prozent.

Wäschewaschen: Die Waschmaschine sollte immer voll beladen sein. Wenn Sie anstatt bei 60 Grad nur mit 40 Grad waschen, sparen Sie die Hälfte des Stroms, bei 30 Grad wird nur ein Drittel verbraucht. Mit den heutigen Waschmitteln wird die gleiche Sauberkeit erzielt. Bei normal verschmutzter Wäsche lässt sich in der Regel die Vorwäsche einsparen. Fürs Trocknen gilt: Gut geschleudert ist halb getrocknet. Am günstigsten ist das Trocknen an der frischen Luft, denn Wäschetrockner sind grundsätzlich sehr stromintensiv.

Kochen: Auch ohne energiesparenden Induktionsherd lässt sich bares Geld sparen. Ein ebener Topf- oder Pfannenboden sorgt für gute Wärmeleitung. Zudem sollte der Topfdurchmesser zur Größe der Kochplatte passen und der Deckel immer gut geschlossen sein. Übrigens: Ein elektrischer Wasserkocher erhitzt Wasser viel effizienter als ein Elektroherd.

Stand-by-Modus: Wer Unterhaltungsgeräte wie Fernseher und Hifi-Anlagen im Stand-by-Modus laufen lässt, zahlt drauf. In manchem Haushalt sind es 75 Euro im Jahr. Eine abschaltbare Steckdosenleiste bringt Abhilfe.

Computer: Notebooks verbrauchen nur ein Fünftel des Stroms, den ein stationärer PC mit externem Bildschirm benötigt. Flachbildschirme sind besonders energieeffizient. Sie benötigen 75 Prozent weniger Strom als Röhrengeräte. Bei Druckern lohnt sich beim Kauf ein Blick auf die Leistungsaufnahme im Stand-by-Modus besonders. Empfehlenswert sind Steckdosenleisten mit Master-Slave-Funktion: Beim Abschalten des Computers werden alle angeschlossenen Geräte automatisch vom Stromnetz getrennt.

Die Initiative „EnergieEffiziens+ für private Haushalte“ hat zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Reihe von Broschüren mit Energiespartipps für Haushaltsgeräte, Computer, Drucker, in Sachen Beleuchtung und zum Thema Stand-by, herausgegeben. Sie sind in den Kundencentern der heimischen Energieversorger erhältlich. Dort kann man sich auch individuell zum Thema Energiesparen beraten lassen und Strommessgeräte zur Kontrolle des eigenen Verbrauches ausleihen.

Energiesparen lohnt sich! Für die Umwelt und die Haushaltskasse.

Und dabei muss nicht einmal auf Komfort verzichtet werden, betonen Experten. Wir präsentieren die einfachsten Sofortmaßnahmen

für das Energiesparen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare