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Deisterhang: Reha-Klinik hat viel zu wenig Parkplätze

BAD MÜNDER. Parken am Deisterhang – ein Problem, das nicht erst seit der Insolvenz der Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (Awo GSD) Betreiber und Nutzer der Einrichtungen beschäftigt. Durch die Insolvenz wird es aber zu einem drängenden Thema für die Reha-Klinik: Keiner anderen Einrichtung fehlen mehr Parkplätze.

Sechs Parkplätze direkt vom Haupteingang der Reha-Klinik, nur 20 weitere auf einem benachbarten Grundstück – nicht genug, um die Auflagen zu erfüllen. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Mit dem Verkauf der Deister-Süntel-Klinik und der Übernahme der Pflegeeinrichtung durch den Awo-Bezirksverband hat sich für die Reha-Klinik, die letzte verbliebene Awo-GSD-Einrichtung, die Situation deutlich verändert: Lediglich sechs Parkplätze in direkter Nähe zum Haupteingang kann sie ausweisen, hinzu kommen 20 weitere Einstellmöglichkeiten an der Zufahrt oberhalb der Deister-Süntel-Klinik. Zu wenig für ein Haus mit 140 Betten, Besuchern und rund 100 Mitarbeitern. Allein 76 Parkplätze fordert die Baugenehmigung aus dem Jahr 1995.

Der entsprechende Bebauungsplan trägt die Bezeichnung „Am Deisterhort“ und macht allein dadurch schon deutlich, wie alt er ist. „Deisterhort“ hieß das mündersche Krankenhaus, bevor es die Awo-Gesundheitsdienste Anfang der 1980-er Jahre übernahmen. Lediglich eine 100 Quadratmeter große Fläche weist der Bebauungsplan für Stellplätze aus.

Warum die Verantwortlichen der Awo-GSD zumindest die vorhandenen Möglichkeiten der Parkplatzerweiterung nach Eintragung einer Baulast auf einem Nachbargrundstück viele Jahre nicht nutzten, das Fehlen ausreichender Parkmöglichkeiten von den Aufsichtsbehörden aber auch nicht angemahnt wurde, bleibt eine offene Frage.

Für 35 Parkplätze oberhalb der Deister-Süntel-Klinik liegt die Genehmigung vor, nur 20 wurden aber tatsächlich gebaut. Und auch die vorhandenen Parkpaletten zwischen Reha-Klinik und Akutkrankenhaus hätten in den vergangenen Jahren ausgebaut und erweitert werden können. Darauf spielt Stadtplanerin Anika John an, wenn sie von „durchaus vorhandenen Möglichkeiten“ am Deisterhang spricht.

Die Entscheidung der Awo-GSD, den bisher für Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehenden Platz nicht zu nutzen, könnte im finanziellen Aufwand begründet liegen: Die Kliniken am Deisterhang liegen im Heilquellenschutzgebiet, entsprechend ist ein deutlich höherer Aufwand zur Erstellung von Parkplätzen notwendig. Gefordert werden unter anderem Ölabscheider – Auflagen, die andere Einrichtungen am Deisterhang bei der Anlage von Parkplätzen in den vergangenen Jahren erfüllen mussten. Der von Fachleuten geschätzte Aufwand liegt dabei bei 6000 bis 8000 Euro pro Stellplatz.

Der Verwaltungsausschuss soll in seiner Sitzung am 9. März darüber befinden, ob der Bebauungsplan „Am Deisterhort“ geändert werden soll. Dadurch würde die im Bebauungsplan festgesetzte Fläche vergrößert werden können – für 35 weitere Stellflächen muss Platz gemacht werden. Von der Entscheidung hängt letztlich auch ab, ob ein Käufer für die Reha-Klinik gefunden werden kann. Ohne entsprechende Parkmöglichkeiten wird der Betrieb eines 140-Betten-Hauses zumindest schwierig.

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