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Ratsfraktionen beteuern Bedauern über den Verkauf des „Tafelsilbers“

Deister geht an Reihebürgerschaft

Bad Münder (st). Einstimmig und damit besiegelt: Die Stadtforst „Deister“ wird für rund eine Million Euro an die Reihebürgerschaft Bad Münder verkauft. Das haben die Mitglieder des Rates jetzt beschlossen – nicht jedoch, ohne noch einmal geschlossen ihr Bedauern über den Verkauf eines weiteren Stückes vom „Tafelsilber“ zum Ausdruck zu bringen.


„Wir stimmen für den Verkauf, aber leicht wird uns das nicht fallen“, sagte Grünen-Fraktionschef Gerhard Fiedler und fügte hinzu: „Wir sehen schlicht keine andere Möglichkeit der Schuldenverringerung.“ Der Waldverkauf sei ohnehin nur der Anfang des „großen Trauerspiels“ Konsolidierung. „Der Zukunftsvertrag wird uns noch ganz andere Dinge abverlangen“, so Fiedler.

Mit Sorgenfalten auf der Stirn stellte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Wittich die Bedeutung der Entscheidung heraus: „Vermögen kann man nur einmal verkaufen.“ Aber da der Stadt schließlich keine Wahl bleibe, sei es doch immerhin positiv, einen vernünftigen Preis erzielt zu haben. „Es ist zwar nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt. Doch auch mit kleinen Schritten kommt man irgendwann ans Ziel“, sagte Wittich.

Sein CDU-Gegenüber Hans-Ulrich Siegmund, der den etatmäßigen Fraktionschef Harald Einecke vertrat, versuchte ebenfalls das Positive zu entdecken. „Wir verkaufen hier die Stadtforst und nicht ein altes Auto, das dann mit einem neuen Besitzer vom Hof rollt. Der Wald bleibt uns ja erhalten als Erholungsgebiet“, sagte Siegmund.

Helmuth Mönkeberg, Fraktionschef von proBürger, sieht in dem Verkauf den richtigen Weg – besonders der Käufer sei nach seinem Geschmack: „Wir können froh sein, dass wir das mit der Reihebürgerschaft geschafft haben.“ Das Angebot eines ominösen Kaufinteressenten über rund 1,3 Millionen Euro wollten die Ratsherren nicht weiter verfolgt wissen. Zu vage schien den Kommunalpolitikern das Gebot, zu überzeugt waren alle Fraktionen von der Reihebürgerschaft.

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