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"Medical Wellness" zieht ins Schlammbadehaus / Millionen-Umbau dauert bis zum Sommer

Das Staatsbad greift nach den fünf Sternen

Bad Nenndorf (rwe). Ein neuer Begriff macht im Staatsbad die Runde: Mit der "Medical Wellness" will das Unternehmen ein neues Geschäftsfeld erobern. Und die Ansprüche, die Geschäftsführer Peer Kraatz an das neue Angebot stellt, sind nicht ohne: Er lässt von einer Bremer Planungsgemeinschaft das Schlammbadehaus mit einem Fünf-Sterne-Ambiente ausstatten. Etwa eine Million Euro kostet die Sanierung, die bis zum Sommer 2009 dauern soll.

Das Schlammbadehaus in Bad Nenndorf soll zu einer "ersten Wellne

Nicht nur die Optik und Atmosphäre der neuen Wellness-Ebene sollen sich künftig auf höchstem Niveau bewegen, sondern auch die Anwendungen und Abläufe. Dazu nimmt sich Staatsbad-Chef Peer Kraatz einen der besten Wellness-Tempel Europas zum Vorbild: das Zentral-Hotel in Sölden, kürzlich vom Hotelführer Gault Millaut zur besten Adresse Österreichs in Sachen Erholung gekürt. Die Fünf-Sterne-Herberge in den Alpen steht Pate für den Umbau und das Konzept am Fuße des Galenbergs. Dazu lässt Kraatz zweimal im Monat mit Marina Rainer die Wellness-Chefin aus dem Zentral-Hotel einfliegen. Sie leitet dort den 1500 Quadratmeter großen Bereich seit fünf Jahren, bringt sich schonjetzt in die Bad Nenndorfer Planung mit ein, schult bei sich vor Ort die Mitarbeiterinnen aus der Kurstadt und erarbeitet gemeinsam mit dem Staatsbad das Behandlungskonzept. "Wir haben eine Philosophie", sagt auch sie. Ein wichtiger Bestandteil: der Einsatz von Naturkosmetik. Das Zentral-Hotel arbeitet mit der Firma "Alpienne" zusammen, die künftig auch Moor, Schwefel und Sole zu Kosmetikprodukten verarbeiten soll - ohne jeglichen Einsatz von Chemie (wir berichteten). Allerdings müssen sich die Kunden noch etwas gedulden. Derzeit haben nicht Kosmetikerinnen und Masseure das Sagen im Badehaus, sondern Architekten und Handwerker. Bis Anfang März soll das Fitness- und Rehastudio MediFit die obere Etage beziehen, voraussichtlich im Sommer will Kraatz die Wellness-Oase auf Fünf-Sterne-Niveau eröffnen. "Die soll aber für jeden bezahlbar bleiben", fügt er hinzu. Der Geschäftsführer sieht die neue Luxus-Abteilung aber vor allem neben der Klinik und der Therapie als wichtige Stütze für ein ganzheitliches Gesundheitsangebot, um gute Ergebnisse für das Staatsbad zu erzielen. Das Land hat Kraatz mit seiner Wirtschaftlichkeitsberechnung offenbar überzeugt. Eine Millionen Euro zusätzlich zum Klinikumbau kostet die Sanierung des Schlammbadehauses, das mit der Eröffnung auch einen neuen Namen erhalten soll. Welchen, das wissen nur Kraatz und Christian Hoffmann, der als Chef der Rodenberger Marketingagentur "A2-Brands" die Vermarktung übernimmt. Die zusätzliche Ausgabe sei gegenfinanziert, teilt Brigit Diers mit, Sprecherin im Finanzministerium. "Das Geld dafür stammt aus dem Verkauf der Tennisplätze." Die Volksbank in Schaumburg hatte das Gelände im Frühjahr vom Land erworben.

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