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St. Johannes Baptist wirbt für große Wahlbeteiligung am Sonntag

Das Modell Pastoralrat – „für die Gemeinde geradezu ideal“

Bad Münder (jhr). Die Zeit verging rasant schnell: Vor vier Jahren wählte die katholische Gemeinde St. Johannes Baptist erstmals einen Pastoralrat. Das neue Gremium rückte an die Stelle, die bis dahin Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat besetzt hatten, und bedeutete ein echtes Novum im Bereich des Bistums Hildesheim. Zwölf der damals noch rund 300 Gemeinden des Bistums waren für den „Modellversuch Pastoralrat“ ausgewählt worden. Dass die Kirchen-Oberen mit der Arbeit in St. Johannes Baptist einverstanden sind, zeigt die Zustimmung zur Verlängerung des Modellversuchs, über die die Gemeinde jetzt informiert wurde.


Positiv fällt aber auch das Resümee der amtierenden Pastoralratsmitglieder aus, das jetzt bei der letzten gemeinsamen Sitzung gezogen wurde. „Michael Schrörs hat es auf den Punkt gebracht: ,Für unsere Gemeinde geradezu ideal’“, sagt Hermann Wessling, scheidender Vize-Vorsitzender des Pastoralrates. Arbeitsreich sei die Zeit gewesen, aber auch von Erfolg gekrönt. Im Mittelpunkt der Anstrengungen sehen die Mitglieder das Krippenprojekt, „für eine kleine Gemeinde ohne Kindergarten oder angeschlossene soziale Einrichtung eine respektable Herausforderung“, sagt Wessling. Zu Beginn der Krippen-Überlegungen habe es im Gremium starken Rückhalt, aber auch Skepsis gegeben – ein Spiegelbild der gesamten Gemeinde, denn auch dort sei intensiv darüber diskutiert worden, ob das Projekt die Gemeinde nicht finanziell überfordere. Weitere Diskussionen ergaben sich aus der Diskrepanz einer Krippen-Einrichtung zum bisherigen klassischen katholischen Familienbild, das – vereinfacht ausgedrückt – Mütter in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder zu Hause sieht. „Das Verständnis, dass sich die Situation verändert hat, dass man umdenken muss, war nicht bei allen vorhanden“, sagt Wessling. In finanzieller Hinsicht blickt der Pastoralrat inzwischen auf eine gesicherte Finanzierung, und auch die Akzeptanz der Arbeit der Krippe sei sehr groß.

Dass die Arbeit im Gremium immer konstruktiv verlief, führt Wessling auch auf die Grundsätze zurück, die sich der Pastoralrat gleich zu Beginn seiner Amtszeit selbst gegeben hat. Auch der Wechsel des Pfarrers, der in die Amtszeit fiel, war ein großes Thema im Pfarrgemeinderat – schließlich war zunächst unklar, ob der Nachfolger von Bruder Godehard das Modell mit ähnlich großem Engagement unterstützen würde.

Weitere wichtige Schritte in der Bilanz des Pfarrgemeinderates: Die gemeinsame Fahrt mit Mitgliedern der evangelischen Gemeinden zum ökumenischen Kirchentag nach München, die wie die gemeinsame Gottesdienstgestaltung zur Verabschiedung von Bruder Godehard als besonderer Ausdruck des ökumenischen Miteinanders gesehen wurde.

Am Sonntag, 7. November, sind die Mitglieder der Gemeinde St. Johannes Baptist aufgerufen, einen neuen Pastoralrat zu wählen. Dazu ist das Wahlbüro im Pfarrheim von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Mindestens sechs, höchstens zwölf Kandidaten können gewählt werden. Briefwahl ist möglich, entsprechende Unterlagen sind an die katholischen Haushalte verteilt worden.

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