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Ökumenischer Adventskalender in der Kernstadt: Einwohner öffnen ab heute ihre Haustüren

Das Miteinander steht im Mittelpunkt

Bad Münder (lil). Während hinter den 24 Türchen vieler Adventskalender jeden Tag das gleiche Stückchen Vollmilch-Schokolade steckt, gibt es in der Kernstadt einen ganz besonderen Adventskalender: einen lebendigen.

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Die Münderaner laden ab heute bis Weihnachten jeden Tag in der Zeit von 18 bis 20 Uhr ihre Mitmenschen zu sich nach Hause ein. Mitmachen kann beim ökumenischen Adventskalender jeder, der Lust hat – ob evangelisch, katholisch, jung oder alt. „Es geht darum, sich Zeit füreinander zu nehmen“, sind sich Barbara Genschick und Eva-Maria Achilles-Ingram einig. Gemeinsam mit Barbara Vollmer organisieren die beiden Frauen die vorweihnachtliche Aktion – und das bereits zum neunten Mal. „Nach den Sommerferien – wenn draußen noch die Sonne scheint – fangen wir an zu planen“, so Genschick, deren Idee das Ganze war. „Mein Mann kommt aus der Nähe von Düsseldorf. Im Rheinland ist der Kalenderweg ein Brauch“, erzählt sie.

Ein festgelegtes Programm gibt es beim ökumenischen Adventskalender nicht. Das Miteinander in gemütlicher Atmosphäre bei Tee, Glühwein und Keksen soll im Vordergrund stehen. „Wer Lust hat, liest eine Geschichte vor oder spielt Weihnachtsmusik“, so Genschick. „Wenn die Gäste sich aber gerade so gut unterhalten, will man sie auch nicht stören.“ Dass Menschenmassen vor der Tür stehen, muss niemand befürchten, weiß Achilles-Ingram. „Man sollte seinen Nachbarn lieber Bescheid sagen, damit sie kommen.“

Achilles-Ingram lädt für den Nikolaustag ab 16 Uhr in ihren Kindergarten „Arche Noah“ ein. „Bei unserer Adventsfeier ist jeder willkommen. Wir basteln, singen und erzählen Geschichten.“

Die Kindergartenleiterin und Genschick betonen, dass der Abend für den Gastgeber auf keinen Fall in Stress ausarten solle. Und: „Das ist ein Kommen und Gehen. Niemand muss die zwei Stunden da bleiben.“

Dokumentiert wird der Kalenderweg in Bad Münder in einem Album. Die Gastgeber gestalten je eine Seite darin. „Von jedem Jahr gibt es solch ein Gästebuch. Das sind wahre Kunstwerke“, sagt Genschick, die die Bände bei sich aufbewahrt. „Nächstes Jahr zum Zehnjährigen könnten wir die Bücher eigentlich mal ausstellen.“ Für 2012 haben die Frauen schon besondere Pläne – die aber vorerst geheim bleiben.

Wer im kommenden Jahr die Tür zu seinem Zuhause öffnen möchte, meldet sich bei Barbara Genschick unter 05042/6346. Einzige Bedingung: Der Gastgeber muss in der Kernstadt wohnen. „Wir möchten niemandem im Winter die Fahrerei zumuten“, so die Organisatorinnen.

Die erste Tür öffnet sich heute Abend um 18 Uhr bei Familie Spalke, Am Glockensiek 12. Alle weiteren Gastgeber gibt die Redaktion unter „Termine“ bekannt.

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