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Dr. Jürgen Borghardt in den Ruhestand verabschiedet / Dr. Barbara Koller neue Leiterin der Reha-Klinik

Das Krankenhaus – sein Lebenswerk

Bad Münder (hzs). „Wir hatten damals freie Hand bei der Umsetzung einer Vision. Genau das hat uns gereizt“, erinnert sich Dr. Jürgen Borghardt, Chefarzt der „Rehabilitationsklinik Bad Münder“. Zusammen mit Dr. Ernst Jürgen Kirchertz war er vor 25 Jahren aus Göttingen an den Deisterhang gekommen, um aus der reinen Nachsorgeeinrichtung „Deisterhort“ ein modernes Akut-Krankenhaus zu machen. Das trägt seit 1986 den Namen „Deister-Süntel-Klinik“ und wird nicht nur von Bürgermeisterin Silvia Nieber liebevoll „das Stadtkrankenhaus“ genannt. In dessen Vortragssaal wollte jetzt bei Borghardts Verabschiedung in den Ruhestand die Reihe der Gäste aus Medizin, Politik, Kultur und Wirtschaft kein Ende nehmen.

Blumen für die Nachfolgerin, Beifall und Anerkennung für den ausscheidenden Chefarzt: Geschäftsführer Volker Behncke begrüßt Dr.

Wie Landrat Rüdiger Butte und Bürgermeisterin Nieber waren sie alle gekommen, um dem 63-Jährigen aus Kiel stammenden passionierten Segler, Ex-Marineoffizier, Skifahrer und Glaskunstexperten ihre Anerkennung für sein Lebenswerk zu zollen.

Ebenso lang wie die Gästeliste ist die der Verdienste Borghardts um den Gesundheitsstandort Bad Münder, vor allem aber um die als Folge einer Krebserkrankung Kehlkopfoperierten. Deren Bundesverbandsvorsitzender, Werner Kubitza, hob das von Borghardt in den 80er Jahren konzipierte „Münderaner Therapiemodell“ hervor, ein standardisiertes Behandlungskonzept zur Stimmanbahnung bei kehlkopflosen Patienten. Dessen Erfolg löste seinerzeit eine enorme Nachfrage aus und führte letztlich 1987/88 zur Klinikerweiterung für den Bereich Rehabilitation.

Logisch-analytischer Denker, dynamischer Macher, Mann mit Empathie – so einige Charakterbeschreibungen des ausscheidenden Mediziners in den nicht weniger als sieben Grußworten. Auch Kirchertz erinnerte in einer launigen und zugleich ernsten Reminiszenz an einige der medizinischen Meilensteine, die Borghardt und er am Deisterhang gesetzt haben.

Ob in Medizin und Klinikführung, in der Verbandsarbeit im von ihm mitbegründeten onkologischen Arbeitskreis Hannover oder in Geschäftsführung und Verwaltung, Borghardt habe stets Maßstäbe gesetzt, so auch die Vertreter des Trägers, der Geschäftsführer der Awo-Gesundheitsdienste, Volker Behncke, und der Vorsitzende des Aufsichtsrates Axel Plaue.

„Ich bin ja nicht ganz weg“, erlärte Borghardt angesichts von so viel Lob. Wen wundert es, dass der scheidende Reha-Chef auch im Ruhestand noch weiter mitmischen wird. „Meine künftigen Aufgaben liegen in der Akut-Abteilung der Onkologie und im Geschäftsführungsbereich“, kündigte er an.

In der Reha allerdings schwingt künftig ein Frauenteam unter der Leitung der bisherigen Oberärztin Dr. Barbara Koller das Zepter. „Frauen sind in der Medizin sowieso auf dem Vormarsch“, erklärte die Mutter von zwei Kindern und gelernte Internistin, die nach Studium und Assistenzarztzeit in Göttingen sowie einer Tätigkeit im hessischen Neukirchen bereits von April 1998 bis März 2006 in Bad Münder tätig war, dann in Bad Oeynhausen Erfahrungen sammelte und im November des vergangenen Jahres an die Reha-Klinik zurückkehrte.

Neben ihrem Fachbereich, der Onkologie, wird Koller sich auch so mancher durch die Auswirkungen der Gesundheitspolitik verursachten Herausforderung stellen müssen. Dabei setzt sie wie ihr Vorgänger auf ein harmonisch zusammenarbeitendes Team.

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