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Heftiger Disput im Cammeruner Ortsratüber die Errichtung einer Querungshilfe

"Das ist nicht die Art, wie man Pudding rührt"

Cammer. Ein Disputüber den Bau einer Querungshilfe im Bereich der gegenüber liegenden Bushaltestellen an der Kreisstraße 3 (Dankerser Straße) hat die jüngste Sitzung des Ortsrates Cammer geprägt. Das über weite Strecken nur von Martina Hücker (SPD) und Ortsbürgermeister Friedrich Rösener (CDU) geführte Gespräch endete mit der einstimmig gefassten, indes windelweichen Übereinkunft der Ortsratsmitglieder, "das Thema weiter verfolgen" zu wollen. Obwohl von beiden Seiten vehement bestritten, klangen in den Argumenten unüberhörbar Vorwahlkampftöne an.

Autor:

Herbert Busch

Die Erörterung von Querungshilfen ist den Cammeruner Volksvertretern seit etlichen Jahren nichts Neues. Insbesondere der in unmittelbarer Nähe zur Einmündung der Friller Straße (Kreisstraße 5) liegende Bushaltestellenbereich steht in regelmäßiger Wiederkehr auf der lokalen Agenda. Die Behandlung des Themas erschöpft sich nicht in Diskussionen. Mal kam Adolf Deterding, der Verkehrssicherheitsexperte der Polizei mit so genannten gelben Füßen im Gepäck vorbei, mal wurden die Eltern mit ins Boot genommen, ein anderes Mal stand ein vom Bau- und Umweltausschuss des Bückeburger Rates initiierter Ortstermin auf dem Programm. Allemal standen mehr Sozial- als Christdemokraten an der viel frequentierten Kreuzung. Den Bereich als "gefährlich" zu bezeichnen, sei "ein wenig am Ziel vorbeigeschossen" eröffnete Rösener den Meinungsaustausch. Er habe höchstpersönlich zwei Zählungen unternommen, in deren Verlauf ihn zwar das hohe Fahrzeugaufkommen überrascht habe, die Zahl der von Personen unternommenen Fahrbahnüberquerungen allerdings "gleich null" gewesen sei. Darüber hinaus führte der Ortsbürgermeister den Gesetzgeber als Sicherheitsgarant ins Feld: "Wenn der Bus hält, gilt Paragraph eins der Straßenverkehrsordnung" - (Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht). Hücker hielt die "besonders für Kinder gefährliche Gesamtsituation" und die "große, relativ einhellige Resonanz der Eltern" pro Querungshilfe dagegen. Die Ergebnisse einer offiziellen Zählung lägen noch gar nicht vor. Und: "Als du mittags gezählt hast, ist nicht ein einziger Bus gefahren." Man solle sich auf die Fachkompetenz von Stadt und Landkreis verlassen, merkte die stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende an. Rösener hielt schließlich mit dem wirklichen Grund seiner Verärgerung nicht hinter dem Berge. Die Angelegenheit hätte nicht über den städtischen Ausschuss sondern über den Ortsrat laufen müssen. "Das ist nicht die Art, wie man den Pudding rührt", instruierte er die Ratskollegin. Weiteres Argument des Ortsbürgermeisters: "Genaues über die Zahlen der Stadt weiß ich noch nicht, aber die decken sich bestimmt mit meinen." Maic Schillack, der wie Rösener CDU-Interessen im Ortsrat vertritt, mahnte an, die Diskussionen frei von persönlichen Pikiertheiten zu führen. "Falls wir Chancen besitzen, etwas zu verbessern, sollten wir diese auch nutzen", führte er die Disputanten zum Kompromiss.

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