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Ute Fargel lebt seit Kindesbeinen im Zentrum

Das Herz der Stadt liegt ihr am Herzen

Ja, es gibt sie: Menschen, die in der Hamelner Altstadt geboren wurden, die dort aufgewachsen sind und dort auch alt werden möchten. Mittendrin, im Herzen der Stadt, zwischen historischen Häusern, die ihnen von Kindesbeinen an vertraut sind. Ute Fargel ist so ein Beispiel. Ihre Familie stammt aus der Rattenfängerstadt, sie wohnt schon immer in der Altstadt, liebt ihr Zuhause und hat sich mit den Veränderungen der letzten Jahre teils gern, teils zähneknirschend arrangiert. Redakteurin Karin Rohr unterhielt sich mit ihr.

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Frau Fargel, Sie sind in der Altstadt geboren, aufgewachsen und geblieben. Was hält Sie hier?

Ich finde es in der Altstadt sehr lebenswert. Alles ist zu Fuß zu schaffen und man trifft unterwegs viele Bekannte. Auch wenn es heute nicht mehr so viele persönliche Kontakte gibt wie früher, es ist immer noch schön, hier zu wohnen. Die jungen Leute fangen an, die Altstadt wieder als Wohnviertel zu entdecken. Das finde ich gut. Und nicht nur für Ältere ist es wichtig, dass alle Ärzte, auch Fachärzte, inzwischen in der Innenstadt vertreten sind.

Wenn Sie zurückschauen – was war für Sie die einschneidendste Veränderung?

Bei der Altstadtsanierung hat sich am meisten verändert. Da wurde zwar viel weggerissen, aber auch Schönes geschaffen. Bei den meisten Modernisierungen hat man versucht, den Charakter der Häuser zu bewahren.

Damals wurde ja auch die Fußgängerzone geschaffen. Schön für Hameln?

Sicher. Früher hat das Haus gezittert, wenn die Busse durch die Bäckerstraße gefahren sind. Stattdessen sind heute die Wälle stark befahren, auch von Lkw. Ein Nachteil, wenn man gehbehindert ist wie ich: Der Taxifahrer darf mich nicht bis vor die Haustür fahren. Nach dem Theater oder anderen Veranstaltungen mag ich aber nicht durch dunkle Gassen gehen.

Weil man sich fürchten muss?

Früher hat es abends in den Straßen gebrummt. Da war überall etwas los. Heute ist es abends wie ausgestorben. Dafür ist tagsüber mehr los. Denn früher gab es in der Stadt kaum Cafés und schon gar keine Straßencafés.

Finden Sie denn in der Altstadt alles, was Sie brauchen?

Lokale gibt es reichlich, auch genug gute. Und auch das Veranstaltungsangebot ist da: Vorträge im Haus der Kirche, Konzerte in Kirchen. Man kann ins Museum, in die Galerie arche, zu den Freilichtspielen oder „Rats“ gehen. Aber es fehlen Lebensmittelmärkte und Geschäfte für Elektrowaren. Besonders positiv finde ich dagegen die Erschließung des Werders.

Ute Fargel stammt aus eine alteingesessenen Hamelner Familie: Sie wurde in der Altstadt geboren, wuchs hier auf und will hier auch alt werden.

Foto: Dana

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