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Von Herberger bis Fritz Walter: Franz Dimke aus Steinbergen kennt sie alle

"Damals war der Zusammenhalt in der Mannschaft noch größer!"

Rinteln (ur). "Mit dem Mann muss ich mal Kontakt aufnehmen!" konstatiert Franz Dimke bei seinem Besuch in der Redaktion und tippt auf den Beitragüber den Fußballbildsammler Norbert Dallüge aus Rinteln, der über 82 Zigarrenbilder der "Helden von Bern" aus dem Jahre 1954 sein eigen nennt.

Franz Dimke zeigt seine Schätze. Fotos: tol

Und dann packt Dimke seine Schätze aus! Da ist zunächst mal sein Album mit stattlichen 90 Sammelbildern der Zigarrenmarke Dannemann - und viele davon sind mit den Original-Autogrammen der Kickerstars jener Zeit versehen. Vor allem Fritz Walter taucht immer wieder mit Unterschrift und Grüßen auf, aber auch dessen Bruder Othmar, Helmut Rahn ("der Boss") und weitere Cracks wie etwa Hans Schäfer und Horst Eckel. Jede Menge Fotos dabei, Autogramme Tickets und andere Dokumente. "Vor allem zu Fritz Walter hatte ich guten persönlichen Kontakt - ich bin auch schon bei ihm zu Hause gewesen. Der hat mir manche Tür geöffnet und Kontakte vermittelt." Der heute in Steinbergen lebende und aus Niederschlesien stammende Dimke erlebte den Triumph von Bern als 13-jähriger Flüchtlingsjunge ganz bewusst mit - und die Faszination jener Tage hat ihn nie verlassen und seine Leidenschaft für den Fußball geprägt. "Ich habe selbst jahrelang beim TSV Steinbergen gespielt, bis ich den aktiven Sport aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Noch heute besuche ich dort das eine oder andere Spiel, fahre aber auch schon mal nach Bückeburg auf den Platz - und selbstverständlich zu Hannover 96." Dem FC Bayern indessen kann der Fußballfan nur wenig abgewinnen: "Da regiert zu sehr das große Geld und rückt alles andere in den Hintergrund." Der gelernte Maurer wechselte schon wenige Jahre nach der Lehre zur Glashütte Stoevesandt, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand anno 2002 über 37 Jahre lang tätig war, zum Schluss in der Qualitätskontrolle. Im Urlaub aber zog es ihn immer wieder an Stätten, die mit den Helden von Bern verbunden waren. So besuchte er auch das Grab von Nationaltrainer Sepp Herberger, pflegt den Briefwechsel mit alten Nationalspielern und wird über einen Freundeskreis heute noch regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Kreis der sieben Überlebenden aus dem damaligen 22er-Kader informiert: "Es mag ja sein, dass der Fußball technisch besser und sehr viel schneller geworden ist - der Zusammenhalt von damals aber gleicht das mindestens aus!" Zum Glück hat seine Familie und namentlich seine Frau Doris immer Verständnis für seinen Enthusiasmus gezeigt: "Die haben zwar schon mal gesagt, der spinnt - aber ansonsten akzeptiert, wofür ich mich begeistere." Kürzlich war er wieder mal in seiner niederschlesischen Heimat zu Besuch - die Fußball-WM im eigenen Land aber zog ihn rechtzeitig wieder nach Steinbergen zurück: Denn bei allem Respekt für das Team von 1954: Was die Jungs der deutschen Nationalmannschaft im Jahre 2006 zu bieten haben, das interessiert ihn schon. Zumal seine umfangreiche Fußballsammlung auch dadurch an Aktualität gewinnt.

Von Fritz Walter eine persönlich Widmung.
  • Von Fritz Walter eine persönlich Widmung.
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