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Autokran birgt Wagen / Polizei zur Unfallserie: Fahrer zu schnell unterwegs

Chrysler Voyager versinkt im Teich - sechster Unfall an der Hartler Straße

Rinteln (wm). Ein Chrysler Voyager ist gestern Morgen, kurz vor acht Uhr, halb im Fischteich eines Schrebergartens an der Hartler Straße versunken, nachdem der Wagen eine Hecke durchbrochen und einen weiteren Schrebergarten durchquert hatte. Der 38-jährige Chrysler-Fahrer aus Bückeburg hatte für den Unfall keine rechte Erklärung: Es sei höchstens zwischen 50 und 60 schnell gewesen, schilderte er der Polizei.

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Zur Bergung des Havaristen musste ein Autokran anrücken. Denn der mit Wasser vollgelaufene Wagen wog um die drei Tonnen. Jetzt fürchtet der schockierte Schrebergartenpächter vor allem um seine Fische - Karpfen und Goldfische, die den Teich bevölkert haben. Durch den Unfall sei die Hälfte des Wasser ausgelaufen und der Rest verschlammt. Es ist bereits der sechste Unfall in diesem Jahr an der Hartler Straße, den die Rintelner Polizei registriert hat. Die Unfallserie hatte im April dieses Jahres begonnen. Unfall 1: Am 5. April hatte sich eine 25-jährige Postmitarbeiterin aus dem Auetal mit ihrem Kleintransporter in einen Schrebergarten verirrt. Unfall 2: Am 18. Mai durchbrach eine 47-jährige Frau aus Möllenbeck mit ihrem Skoda einen Gartenzaun und prallte gegen einen massiven Findling. Unfall 3: Am 27. Mai war es erneut ein Postzusteller, ein 21-jähriger Mann, der mit einem Kleintransporter gegen eine Birke schleuderte. Unfall 4: Am 14. Juni erwischte es einen 24-Jährigen aus Rinteln, der mit seinem Opel Calibra gleich durch mehrere Zäune flog. Der Opel überschlug sich und blieb auf dem Dach in einem Garten liegen. Unfall 5: Am 23. Juli rammte ein Opel-Fahrer eine Laterne und einen Baum. Der Wagen hatte nur noch Schrottwert, der Fahrer konnte unverletzt dem Fahrzeug entsteigen. Diese Unfallserie hat selbstverständlich auch der Polizei zu denken gegeben. Doch die Beamten sind, wie Rintelns Kommissariatsleiter Gerhard Bogorinsky gestern auf Anfrage erläuterte, zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: In allen Fällen sei nämlich unangepasste Geschwindigkeit die Unfallursache gewesen. Eine andere Erklärung gebe es nicht. Denn an derÖrtlichkeit könne es nicht liegen: Auf der Hartler Straße gelten 50 Stundenkilometer. Ringsum sei Bebauung, damit eigentlich für jeden Autofahrer klar: "Hier ist noch innerorts." Die Kurve sei nicht übermäßig eng, gut einsehbar, damit eigentlich völlig problemlos zu befahren. Vielleicht, so vermutete Bogorinsky gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, sei es ein psychologisches Problem: "Die Leute sehen den Ortsausgang, das freie Feld - und geben dann Gas."

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