weather-image
17°
Blindow-Schulleiter Rüdiger Maxin zur Frage: Was ist schon "typisch chinesisch"?

China-Reisende staunen: Die Kunst des Improvisierens perfektioniert

Shenzhen (thm). "Auch wenn man schon öfter in China gewesen ist, kann man kaum sagen, was denn eigentlich ,typisch chinesisch' ist", weiß Rüdiger Maxin. Der Direktor der Dr.-Kurt-Blindow-Schule Bückeburg begleitet gerade eine Schülergruppe auf ihren Stationen im Reich der Mitte (wir berichteten). Was den Pädagogen am fernöstlichen Naturell besonders auffällt: Die dort lebenden Menschen wissen zu improvisieren - und das bis zur Perfektion.

Die Schuldirektoren H. Dowerk von der KGS Neustadt (l.) und Rüdi

Klar, auch Rüdiger Maxin kann sich für die touristischen Höhepunkte dieser 10 000-Kilometer-Reise begeistern: Die große Mauer sei einmalig, für alle Reisenden beeindruckend, bei über 30 Grad im Schatten zwar mühsam zu besteigen - wenn es den Höhenängstlichen überhaupt gelinge. Die verbotene Stadt gebe es nur in Peking, der anschließende Gang über den "Platz des Himmlischen Friedens" werde zum Erlebnis, nicht nur weil fliegende Händler mit im Minutentakt fallenden Preisen für Souvenirs "die ganze Gruppe aufmischen", sondern auch, weil mit Erscheinen einiger Polizeiuniformen der Spuk blitzartig verschwunden sei. Und in der hypermodernen Sechs-Millionen-Metropole Shenzhen? Angestrengt quirliges Treiben auf sechs bis acht Fahrspuren bei subtropisch-feuchter Hitze, ein scheinbar ohne Regeln sprudelnder Verkehrsfluss, Wohnen fast immer in Hochhäusern, denn Platz ist knapp im Perlflussdelta nahe Hongkong, der Boom-Region in Südchina. Und trotzdem: Typisch chinesisch werden die Geschäfte geregelt. Und was macht es aus, das typisch Chinesische? Maxin schildert's anhand eines Beispiels: " Wir kommen an mit drei Schülerinnen mehr als gedacht - kein Problem, bis zum Abend sind alle untergebracht, und das in auch für unsere Verhältnisse sehr guter Umgebung." Die Chinesen sagen "Maiwenti" - was auf Neudeutsch so viel heißt wie "null problemo". Nirgendwo sonst habe er die Kunst des Improvisierens in solcher Perfektion erleben können wie in China, ist Maxin begeistert. "Egal ob im eher traditionellem Peking oder in einer der neuen Wirtschaftsmetropolen, die wissen sich immer zu helfen." Auch Gastfreundschaft und ein großes Interesse an Deutschland (Siemens, Benz, Ballack ...) seien Kennzeichen all seiner Begegnungen: "Chinesen sind überaus deutschfreundlich, wie wir es bei Auslandsreisen nicht oft erleben." Als Deutsche täten wir sehr gut daran, auf dieser guten Basis aufzubauen und Gelegenheiten zu nutzen, den Austausch zwischen China und Deutschland voranzubringen, empfiehlt Rüdiger Maxin. "Aber deswegen sind wir ja hier: Ein echter, regelmäßiger Kultur- und Jugendaustausch ist das Ziel dieser Reise zum Festival." Wobei daran erinnert sei: Die Blindow-Schule nimmt bereits zum zweiten Mal mit einer Schülergruppe an dem Jugend- und Kulturfestival in Shenzhen teil. Und Maxin weiß natürlich: "Dies beschert uns einen kleinen Ehrenplatz. Chinesen wertschätzen das. Typisch chinesisch eben ..."

0000420518-12-gross.jpg
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare