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Rolfshägerin hat große Pläne in Potsdam

Chantal Willers: Für Deutschland zur nächsten EM

Rolfshagen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat manches Ereignis überlagert, aber eben nicht jedes. Seit kurzem ist Schaumburg um eine "überregionale" Sportlerpersönlichkeit reicher: Chantal Willers, gerade 16 Jahre alt, gewann mit Turbine Potsdam die Deutsche Meisterschaft der Frauenfußball-B-Juniorinnen.

Autor:

Heinz-Gerd Arning

Anfang 2005 wechselte Willers vom VfL Bückeburg zu Turbine Potsdam, diesen Schritt bereut sie nicht. "Es war das Beste, was mir passieren konnte", stellt Willers fest. Das der Gewinn der Deutschen Meisterschaft sie zur besten Schaumburger Fußballerin macht, nimmt sie gelassen hin. Der Weg ist zum ersten großen Titel verläuft typisch. Mit fünf Jahren beginnt Chantals Karriere als Fußballerin bei der TuSG Rolfshagen. Im Alter von zehn Jahren wechselt das große Talent zum VfL Bückeburg, wo sie im Alter von vierzehn Jahren "entdeckt" wird. Wenig später, nun knapp fünfzehn Jahre alt, wagt Chantal den großen Schritt. Es ist Februar 2005, ab dieser Zeit heißt die Adresse "Elite Schule des Sports Friedrich Ludwig Jahn" in Potsdam. Zunächst reist sie noch jedes Wochenende nach Hause, spielt für den VfL in der "Ersten" die Landesliga-Rückrunde zu Ende. Mittlerweile hat sich Willers akklimatisiert, an das Leben in einer riesigen Wohngemeinschaft ebenso wie an den wesentlich erhöhten Leistungsdruck. Zweimal täglich wird in der Schule geübt, hinzu kommen zwei Trainingseinheiten bei Turbine. Das Sportinternat ist eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Willers strebt das Abitur an. Sportlich heißt das Ziel "Bundesliga". "Das ist der Traum von allen", meint Willers.Wohl wissend, das die Gehälter im Frauenprofitum nicht sehr üppig und keinesfalls für die Zeit nach der Karriere ausreichend sind. Also heißt das Gesamtziel Studium, noch ist die Fachrichtung unklar. Ein großer Rückhalt ist die Familie, fünf Geschwister hat Willers. "Mit Stolz, aber auch mit Herzschmerz", hat Mutter Gabriele Willers den Weg der "Nummer vier" der Familie nach Brandenburg hingenommen. Stolz empfinden auch die Geschwister. "Klar, ich vermisse meine Familie und meine Freunde", gibt Chantal zu. Aber auch wenn sie von der Familie vermisst wird, insgesamt wird die ganze Sache positiv gesehen. Das nächste große sportliche Ziel von Chantal wird die Familie mit Aufmerksamkeit verfolgen. Demnächst werden in Dänemark die Europameisterschaften der jeweils drei besten nationalen Vereinsmeisterschaften ausgetragen. Neben Turbine Potsdam werden für Deutschland der FFC Frankfurt und der FC Gütersloh teilnehmen. Nicht ganz einig ist sich Familie Willersüber den Ausgang der WM gewesen. Chantal drückte insgeheim Togo die Daumen, tippte aber auf Argentinien. Ihre Geschwister glaubten an Deutschland. Italien und Frankreich hatte aber keiner so recht auf dem Zettel.

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