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Nachbarschaftsbaden mit Subventionen

CDU-Verbände hecken einen Bäder-Deal aus

Nenndorf/Rodenberg (bab). Die CDU-Verbände der Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf haben eine Arbeitsgemeinschaft gebildet und eine "Schwimmbad-Initiative" gestartet. Ziel ist, mehr Nenndorfer in die Rodenberger Freibäder zu bekommen und mehr Rodenberger in das Nenndorfer Hallenbad. Dazu sollen die Samtgemeinden die Eintrittspreise für die jeweils anderen Gäste subventionieren.

"Wir wollen unseren Bürgern nicht vorenthalten, auch freibaden zu können", sagt der Vorsitzender des Nenndorfer CDU-Samtgemeindeverbandes, Werner Bövers, auf den die Initiative zurückgeht. Bei der Jahresversammlung des Verbandes sei die Idee entstanden. Da sein Kollege vom CDU-Amtsverband Rodenberg, Volker Dahle, die Versammlung besuchte, habe man sich umgehend zur Zusammenarbeit entschlossen. Das Konzept sieht vor, dass beide Samtgemeinden 4000 Euro dafür in den Haushalt einsetzen. Kauft ein Nenndorfer eine Zehnerkarte für ein Schwimmbad in Lauenau oder Rodenberg, soll er diese vier Euro günstiger erhalten. Die Karte soll über das heimische Rathaus vertrieben werden, das ein entsprechendes Kontingent vorhalten solle. Ebenso wird bei den Rodenbergern verfahren, die eine Zehnerkarte für das Nenndorfer Hallenbad im Rathaus der Deisterstadt kaufen. Bövers und Dahle sehen in ihrer "Schwimmbad-Initiative" den Vorteil, dass die fehlenden Angebote für die Bürger ausgeglichen werden können und die Besucherzahlen in den jeweiligen Einrichtungen gesteigert werden. "Das würde mehr Eintrittsgeld bringen und die Bäder könnten kostendeckender betrieben werden", so Dahle. Bövers weist darauf hin, dass Nenndorf das Hallenbad jährlich mit 330 000 Euro bezuschusst und der Landkreis noch einmal den gleichen Betrag beisteuert. "Die Gemeinden liegen nur 1,5 Kilometer auseinander, da ist es doch sinnvoll, die Bäder zu benutzen, so lange wir in Bad Nenndorf kein Freibad haben", sagt Bövers. Dahle denkt längerfristig. Ein Freibad in Nenndorf wäre für ihn Konkurrenz, weil es Besucher aus Rodenberger Schwimmbecken anlocken könnte, so dass die Eintrittszahlen zurückgehen. Für den Amtsverbandsvorsitzenden könnte die Subventionierung durchaus eine Dauerlösung sein. Die CDU hat für die politischen Gremien entsprechende Anträge formuliert. Obwohl Bövers versichert, einen Antrag per E-Mail an Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese geschickt zu haben, hat die elektronische Post diesen anscheinend nicht erreicht. Reese wollte deshalb keine Stellung nehmen. "Ich warte auf den Antrag", so Reese. Sein Amtskollege Uwe Heilmann, der zugleich Kämmerer der Samtgemeinde Rodenberg ist, hat hingegen eine dezidierte Meinung. "Ich habe dem Antrag entnommen, dass man mit Geld nicht mehr umgehen kann. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dieser Antrag mehrheitsfähig sein wird", so Heilmann. Bereits jetzt werde jeder Gast mit 6 Euro pro Eintritt subventioniert. Er freue sich zwar auch über Gäste von außerhalb, aber mehr Gäste bedeute nicht weniger Kosten. "Die Bäder und die Technik sind so angelegt, dass wir an heißen Tagen jetzt schon an unsere Leistungsgrenze kommen." Außerdem wolle die Samtgemeinde die Wasserqualität insbesondere im Mineralbad Lauenau halten. "Mehr Gäste können wir gar nicht gebrauchen", meint Heilmann, der betont, dass die Einrichtungen in erster Linie den Bürgern dienen soll, die sie auch finanzieren, nämlich den Einwohnern der Samtgemeinde Rodenberg.

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