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Landtagsabgeordnete Helmhold (Grüne) schreibt Brief an Ministerin

CDU-Schulexperten "verwundert über emotionale IGS-Debatte"

Landkreis (rd). Die Rahmenbedingungen für die Ganztagsangebote der drei neuen IGS im Landkreis Schaumburg hätten nach Auffassung der Schulexperten der CDU-Kreistagsfraktion der Schulverwaltung des Landkreises bekannt sein müssen. "Wir sind immer noch verwundert, dass es Ende November zu einer so emotionalen Diskussion kommen konnte",sind sich Dagmar König, Heiko Tadge und Horst Sassenberg einig.

"Wir bewerten die Tatsache, dass dem Landkreis Schaumburg drei neue IGS genehmigt wurden und Ministerpräsident Wulff und die Regierungsparteien damit Wort gehalten haben, als sehr positiv", erklärten die CDU-Kommunalpolitiker gestern in einer Pressenotiz. Den neuen Schulen sei inzwischen ein Start als "offenes Ganztagsangebot" zugesagt worden. Damit verbunden sei die Zusage von 2,5 Lehrerstunden pro Klasse und Jahrgang zusätzlich. "Dass das Land Niedersachsen seit 1990 Anträge auf Einrichtung von Allgemeinbildenden Schulen und die Führung als Ganztagsschulen als zwei rechtlich unabhängige Schritte wertet und fordert, hätte der Schulverwaltung des Landkreises bewusst sein müssen", zeigte sich Tadge verwundert. Für die Unionspolitiker sei nunmehr klar, dass das gemeinsame Bestreben "möglichst schnell an den Start zu gehen", im Ergebnis erneut bestätigt habe, dass "übertriebene Eile auch Risiken birgt". "Wir sollten jetzt die gesetzten Rahmenbedingungen zur Kenntnis nehmen und unsere neuen Schulen darauf ausrichten", forderten sie. Das sei das Angebot im Kreisausschuss und die Grundlage für die Zustimmung gewesen. Es bleibe ausreichend Zeit, ein angemessenes Angebot für die ersten drei Jahrgänge in Helpsen, Obernkirchen und Rodenberg vorzubereiten. "Unsere Unterstützung für die notwendige positive Begleitung sagen wir zu", verdeutlichten König, Tadge und Sassenberg. Mit einem Brief an die Kultusministerin hat sich die heimische Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold (Grüne) in die Diskussion um die Integrierten Gesamtschulen im Landkreis eingeschaltet. "Es ist nicht nachvollziehbar", so Helmhold, "dass das Land jetzt, nach Erteilung der grundsätzlichen Genehmigungen, diese insoweit relativiert, dass die entsprechende Ausstattung für den pädagogischen Anspruchdieser Schulen nicht genehmigt wird." Helmhold weist darauf hin, dass als Vorbild für die neuen IGS im Landkreis und damit auch als Entscheidungsgrundlage für die Eltern die IGS in Stadthagen galt. Unter diesen Voraussetzungen seien die Genehmigungsanträge, aber auch die Entscheidung der Eltern für die IGS gefallen. "Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Land jetzt auf kaltem Wege die IGS pädagogisch aushungern will", so Helmhold. Offenbar sei im Kultusministerium am Ende das Erschrecken darüber, dass die von der Landesregierung so ungeliebte Schulform in Schaumburg auf außerordentlich hohe Resonanz stößt, groß.

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