weather-image
20°
Bad Eilser Fraktion hofft auf Einlenken der SPD / Edeka: Landkreis stellt sich schützend vor die Gemeinde

CDU: Willi Dreves soll Bürgermeister werden

Bad Eilsen (tw). Wenn der Rat am Dienstag, 6. Januar, einen Nachfolger respektive eine Nachfolgerin für den mit Wirkung vom 31. Dezember als Bürgerm eister des Kurorts zurück getretenen Horst Rinne wählt, will die CDU als Minderheitsfraktion mit einem eigenen Kandidaten antreten: Dr. Willi Dreves.

Dr. Willi Dreves

Fast zeitgleich gibt es auch in der Frage der Anerkennung der Gemeinde als Heilbad Neues: In einem an das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gerichteten Schreiben macht sich der Landkreis Schaumburg massiv dafür stark, dass der Bau des Edeka-Neukaufs nicht dazu führt, dass dem Ort das so wichtige Prädikat vorenthalten wird. Sowohl die beabsichtigte Haltung der CDU-Fraktion in der Frage der Rinne-Nachfolge als auch die Intervention des Landkreises geht aus einer Pressemitteilung der Christdemokraten hervor, welche die Redaktion dieser Zeitung gestern erreichte. Darin heißt es wörtlich: "Aufgrund des Kommunalwahlergebnisses vom 10. September 2006, bei der die CDU mit 54,6 Prozent die absolute Mehrheit an Stimmen erhielt, sehen wir uns in der Verpflichtung, auch nach dem Rücktritt von Horst Rinne den Wählerauftrag zu erfüllen und stellen mit Dr. Will Dreves einen kompetenten und erfahrenen Kommunalpolitiker zur Wahl." Dreves ist seit 1981 Mitglied im Rat der Gemeinde Bad Eilsen, seit 1986 im Rat der Samtgemeinde - von 1993 bis 1996 als Samtgemeindebürgermeister - und Mitglied des Kreistages. "Wir gehen davon aus", so die CDU-Fraktion in der Mitteilung weiter, "dass auch die SPD das Wählervotum respektieren und Dr. Dreves unterstützen wird." Das gelte umso mehr, als die jetzige SPD-Mehrheit von einer Stimme einzig und allein durch den Austritt von Horst Rinne und Thomas Schütte aus der CDU-Fraktion entstanden sei. In der Frage der Ansiedlung eines Edeka-Marktes, welche zu den Austritten geführt habe, zögen CDU und SPD ohnehin an einem Strang. Dass auch der Landkreis Schaumburg diese Ansiedlung schätzt gehe aus einem aktuellen Schreiben hervor, welches dieser an das Wirtschaftsministerium mit Sitz in Hannover gerichtet habe. Soweit die Mitteilung der Bad Eilser Christdemokraten. In der Tat: In besagtem Schreiben, das vom 23. Dezember datiert, bezieht sich der Landkreis auf einen Brief, welchen das Ministerium am 7. August an die Gemeinde Bad Eilsen geschickt hatte. Darin hatte "Hannover" darauf hingewiesen, dass sich die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes in zentraler Lage negativ auf die Anerkennung des Bades als Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb auswirken könne (wir berichteten). Dazu indes darf es aus Sicht des Landkreises nicht kommen; er stellt sich schützend vor seine Gemeinde - und schreibt: "Dem Grundzentrum Bad Eilsen fehlt, darauf sei nachdrücklich aufmerksam gemacht, ein moderner, großflächiger Lebensmittelmarkt." Die Versorgungssituation werde sich jetzt noch weiter verschlechtern, da der bisherige Lebensmittelmarkt im Zentrum zum 31. Dezember seinen regulären Geschäftsbetrieb beenden werde. Fazit der Stadthäger Behörde gegen Ende des zweiseitigen Schreibens: "Aus der Sicht des Landkreises ist es für einen Kurort unverzichtbar, Einkaufsmöglichkeiten für ältere Bürgerinnen und Bürger in zentraler Lage anzubieten." Vor diesem Hintergrund ist man im Kreishaus überzeugt, "dass der geplante Markt der Anerkennung als Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb nicht entgegenstehen kann".

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare