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«Gänsehautmoment»

BVB-Emotionen nach 3:1 gegen Frankfurt - Reus trifft

Dortmund (dpa) - Nach dem Spiel standen die Erinnerungen an die schlimmen Geschehnisse des Attentats wieder im Mittelpunkt. Voller Emotionen standen die Profis von Borussia Dortmund Arm in Arm vor ihren Fans der Gelben Wand, hielten ein Trikot mit der Nummer 5 und dem Namen Marc Bartra in die Höhe.

Autor:

Dietmar Fuchs, dpa

Damit wollten sie ihre Verbundenheit mit dem 26-jährigen Spanier zeigen, der bei dem Sprengstoffanschlag verletzt worden war und am Tag des 3:1 (2:1) in der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt das Krankenhaus verlassen durfte.

«Es ist nicht besser geworden bei uns allen» - so fasste BVB-Kapitän Marcel Schmelzer im TV-Sender Sky die Gefühlslage des Teams von Trainer Thomas Tuchel zusammen. Aber eines kann helfen: dass die Borussia-Fans unter den 81 360 Zuschauern im ausverkauften Stadion wie schon beim 2:3 in der Champions League gegen AS Monaco auch am Samstag eine tiefe Zuneigung zeigten, die in den kommenden Wochen dazu beitragen soll, auch die psychischen Attentats-Auswirkungen in den Griff bekommen zu können.

Schmelzer beschrieb die Aktion für Bartra nach der Partie als Gänsehautmoment: «Da hat man gesehen, dass alles, was man in den 90 Minuten unterdrückt hat, wieder rauskam.» Auch Tuchel sprach von einem «sehr emotionalen Moment» und hielt eines fest: «Das war eine ganz außerordentliche Charakterleistung, die man gar nicht hoch genug bewerten kann. Allerhöchster Respekt für meine Mannschaft.»

Den «tollen Nachmittag», von dem Tuchel sprach, eröffnete Marco Reus mit einem Hackentrick-Treffer in der dritten Minute. Sechs Wochen musste der Nationalspieler wegen einer Oberschenkelblessur pausieren. Jetzt ist er wieder dabei und machte trotz seiner Auswechslung zur Halbzeit sofort klar, dass er in der Saison-Schlussphase ein immens wichtiger Impulsgeber sein kann.

Dass der 27-Jährige nach 45 Minuten zur Schonung auf der Bank Platz nahm, war laut Tuchel abgesprochen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:1 für den BVB, nachdem Marco Fabián (29.) für die Eintracht und Sokratis (34.) für die Borussia getroffen hatten. «Das Tor ist für Marc Bartra», sagte der Borussia-Abwehrchef. Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang (86.) machte den Dortmunder Sieg mit Saisontreffer 26 perfekt.

Die Serie nicht verlorener Erstliga-Heimbegegnungen des Tabellenvierten BVB ist damit auf 35 angewachsen. Auch die der Eintracht setzte sich fort: Die Hessen sind seit zehn Ligabegegnungen erfolglos. «Wenn es nach drei Minuten 0:1 steht, ist das nicht ganz einfach», kommentierte Chefcoach Niko Kovac den Spielverlauf.

Die Defensive der Frankfurter war anfangs anfällig. Aber auch ein frühes 1:1 war möglich, als Branimir Hrgota Fabián bediente, der Mexikaner den Ball jedoch freistehend neben das Tor (9.) setzte. Dreizehn Minuten später verhinderte Keeper Roman Bürki gegen Mijat Gacinovic (22.) mit einem Reflex den Ausgleich. Bei Fabiáns 25-Meter-Schuss war der Schweizer dann ebenso machtlos wie sein finnischer Kollege Lukas Hradecky bei Sokratis' 2:1.

In den zweiten 45 Minuten ließ Tuchel das hohe Tempo seiner Elf etwas drosseln; möglicherweise wollte der BVB-Trainer sein Team vor dem Königsklassen-Rückspiel des Viertelfinales in Monaco am Mittwoch davor bewahren, sich zu überfordern.

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