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Butte spricht beim Fest der Islamischen Gemeinde, die auch der Verfassungsschutz im Auge hat

Moschee

Hameln (ni). Die Islamische Gemeinde Hameln feiert kommendes Wochenende ihr Kulturfest in der Rattenfänger-Halle. Auch Landrat Rüdiger Butte hat die Einladung angenommen, allerdings nur unter der Bedingung, den Integrationsbeauftragten des Landkreises mitzubringen. Die Islamische Gemeinde an der Hunoldstraße ist nicht unumstritten.

Die Islamische Gemeinde in Hameln gilt als konservativ. Im Internetportal des Dachverbandes der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG) wird sie als Mitglied geführt. Der Verfassungsschutz stuft die IGMG als verfassungsfeindlich ein. Hans Wargel, Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes, hat vor einem Jahr in einem Gespräch mit der Dewezet bestätigt, dass die Moschee an der Hunoldstraße wegen ihrer Nähe zu Milli Görüs seit Jahren unter Beobachtung stehe.

Sie zu schneiden, weil es in der Islamischen Gemeinde Hameln vielleicht auch Kräfte gibt, denen an Integration überhaupt nichts gelegen ist – für den Hameln-Pyrmonter Landrat Rüdiger Butte ist das keine Option. Er hat die Einladung angenommen und wird ein Grußwort sprechen. „Ich werde deutlich machen, dass ich eine Entwicklung hin zu einer Parallelgesellschaft nicht akzeptiere und dass zwar jeder seinem Glauben nachgehen, aber niemand einen anderen Menschen in seinen Grundrechten verletzen darf“, so Butte.

Nur mit dem verstehen wird es für den Landrat wohl schwer. Das Programm des Kulturfestes wird ausschließlich auf Türkisch dargeboten.  „Ich möchte wissen, was das gesprochen wird“, sagt Butte unumwunden und selbst auf die Gefahr hin, dass ihm das Misstrauen ausgelegt werden könnte. Er habe deshalb gegenüber der Islamischen Gemeinde darauf bestanden, den Integrationsbeauftragten des Landkreises, Dr. Feysullah Gökdemir, offiziell zu dem Fest einzuladen.

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