weather-image
22°
Programm ist bereits jetzt randvoll gefüllt

Buntes Bad Nenndorf: Kulturfest am 1. Juni

Bad Nenndorf (tes). Das Programm von "Bad Nenndorf ist bunt!" ist bereits jetzt randvoll gefüllt und wird daher in Blöcke vor und nach dem "Gedenkmarsch" der Neonazis am 2. August geteilt. Die Ankündigung der vielfältigen Aktionen erfolgt entsprechend in zwei gesonderten Faltblättern. Die erste öffentliche Absprache mit Vertretern der beteiligten Schulen, Organisationen und Kirchen im "Parkhotel" versprach erneut eine multikulturelle Bereicherung des Nenndorfer Veranstaltungskalenders.

Höhepunkt ist das Kulturfest am 21. Juni im Kurpark. Jürgen Uebel freut sich auf diese "kulturelle Überra- schung", die dieses Jahr ohne Diskussionsrunde auf der Bühne, stattdessen mit mehr Gesprächen an den Infotischen vorgesehen ist. Die musikalische Vielfalt reicht von "Muddy-Town and friends", dem "Fröhlichen Dutzend", dem Türkisch-Islamischen Kulturverein, "The Batz" bis zu Ska-Punk von den Bad Nenndorf Boys sowie Beiträgen der Berlinschüler und der "Niendärschen Kaulmelkers". "Unser gemeinsames Kulturfest lebt von der Viel- seitigkeit", appelliert Uebel an Vereine und Organisationen, beim Fest mitzumachen. Die Feuerwehren der Samtgemeinde ließen jedoch mit Verweis auf ihre politische Neutralität mitteilen, dass sie an keiner Veranstaltung teilnehmen werden. Zusätzlich zum Kulturfest wird es einen Vortrag von Thoralf Staudt und Andreas Speit zur aktuellen Entwicklung des Rechtsextremismus geben sowie eine Busfahrt nach Bergen-Belsen,eine antifaschistische Stadtrundfahrt durch Hannover mit Besuch der Gedenkstätte Ahlem, Konzerte wie "Stimmen gegen Rechts" und "Rock gegen Rechts", Theater- und Kunstprojekte der Schulen und Workshops für Jugendliche. Ein Besuch von Landesbischöfin Margot Käßmann in der Godehardikirche steht ebenso auf dem Programm wie ein Vortrag von Professor Peter Antes zur "Faszination Islam" und das Kulturfest der jüdischen Gemeinde. Zudem sollen Broschüren über das Wincklerbad und die Lebensgeschichte des jüdischen Arztes Ernst Blumenberg aktualisiert und neu aufgelegt werden. Zum Thema "Warum ich keinen Krieg will" berichten Zeitzeugen und Senioren von ihren Erfahrungen. Für Unkosten musste die Initiative im vergangenen Jahr 5500 Euro aufbringen. Die Stadt gewährt 500 Euro Zuschuss. Dank der Zusage von Kreisjugendpfleger Walter Ostermeier, wonach der Landrat finanzielle Unterstützung für das Projekt verfügt habe, können die Aktiven jetzt die Detailplanung starten. Geplant ist, ein gemeinsames Plakat zu entwickeln. Pastorin Elke Pankratz Lehnhoff riet zu "mehr Inhalt und Argumenten" sowie einem Slogan mit Aussagekraft. Inhaltlich sah auch DGB Regionssekretär Steffen Holz Handlungsbedarf: "Da muss noch Butter bei die Fische." Kern der Veranstaltung sei eine politische Kundgebung. Rosemarie Börner regte an, das im Rahmen der Weltkindertagsaktion angebrachte Willkommensschild am Bahnhof am 2. August abzunehmen und durch ein "Ihr seid hier nicht willkommen"-Plakat zu ersetzen. Uebel plädierte allgemein für gute Vorbereitung. Wenn alle Aktionen "zünden" sollen, müsse alles rechtzeitig mit der Stadt abgesprochen sein.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare