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Polizeidirektion bekundet Interesse am Standort Hameln / Landkreis verhandelt jetzt mit Nienburg

"Bunte" Leitstelle: Schaumburg bleibt außen vor

Landkreis (wer). Der Zug für eine große "bunte" Leitstelle in Schaumburg, die Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten für das Weserbergland koordiniert, scheint abgefahren. Die Polizeidirektion Göttingen will ihre für Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden zuständige Leitstelle in der neuen Hamelner Feuerwache ansiedeln. Für Schaumburg bliebe nur eine "kleine Lösung" mit Nienburg möglich: Beide Landkreise verhandeln derzeit über eine Fusion ihrer Feuerwehr- und Rettungsleitstellen.

"Nicht erfreut" habe man zur Kenntnis genommen, dass die Schaumburger Angebote für den Sitz der kreisübergreifenden "bunten" Leitstelle nicht angenommen wurden, erklärt Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier. Vor allem Rinteln und Obernkirchen (das leerstehende Bornemann-Gebäude, für welches das Land ohnehin Miete zahlen muss) hatte die Kreisverwaltung als Sitz einer kombinierten Einsatzzentrale der vier Weserlandkreise in die Diskussion gebracht. Daraus wird nun nichts. Hans Wargel, Präsident der Polizeidirektion Göttingen, hat schriftlich Interesse am Standort Hameln bekundet. An der Ruthenstraße entsteht derzeit die neue Feuerwache. Beschlossen ist bereits, dass hier die Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie die Stadt Hameln ihre Leitstellen für Feuerwehr und Rettungsdienste zusammenführen. Die Polizei will unter bestimmten Bedingungen mit ins Boot und die Hamelner Einsatzzentrale zur "bunten" Leitstelle aufwerten. Auch die für Schaumburg zuständige Polizeileitstelle in Nienburg würde dann - zumindest in wesentlichen Funktionen - in Hameln angesiedelt. Die zweite kombinierte Leitstelle dieser Art innerhalb der Polizeidirektion soll in Göttingen entstehen. Für die Schaumburger Rettungsleitstelle blieben drei Optionen: der status quo, ein Anschluss an Hameln oder ein Schulterschluss mit Nienburg. Die letzte Variante wird von Schöttelndreier favorisiert - und im Vergleich zur großen Fusion der vier Landkreise gar nicht mal als schlechtere Alternativebewertet. Modellrechnungen hätten ergeben, dass die Einsparmöglichkeiten nicht geringer seien als beim Vierer-Modell. Die Frage ist nur: Wo würde eine Schaumburg/Nienburger Leitstelle eingerichtet? Diesmal stehen die Chancen für Schaumburg nicht schlecht: Nach dem Verlust der Polizeiinspektion kann der Landkreis gegenüber Nienburg legitimen Kompensationsbedarf anmelden, ein Abzug auch der Rettungsleitstelle dürfte politisch kaum durchsetzbar sein. Zugute kommt den Schaumburgern auch die geringe Neigung der nördlichen Nachbarn, sich dem entfernten Hameln anzuschließen. Schaumburgs Verhandlungsspielraum ist in dieser Hinsicht größer. Schöttelndreier will sich für eine gemeinsame Feuerwehr- und Rettungsleitstelle am derzeitigen Standort in Stadthagen stark machen. In jedem Fall würde eine Zusammenlegung Sparpotenziale eröffnen. Derzeit werde auf beiden Seiten noch einmal nachgerechnet - im September sollen die Gespräche mit Nienburg fortgeführt werden.

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