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Bürgerbus Bad Münder: Wechsel an der Spitze

BAD MÜNDER. Im Januar wurde die magische Marke das erste Mal geknackt: Mehr als 1000 Fahrgäste in nur einem Monat – das zauberte mehr als nur ein Lächeln auf die Gesichter der Bürgerbus-Vereinsmitglieder. Die Zahl ermutigte Hubertus Wöllenstein auch, die Leitung des Vereins in andere Hände zu geben.

Jan Lababidi (l.) tritt beim Bürgerbus-Verein an die Stelle von Hubertus Wöllenstein – er übernimmt den Vorsitz. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Jan Lababidi übernimmt, so das Votum der Mitgliederversammlung, den Vorsitz von Wöllenstein. Der wird nach wie vor zum Vorstand gehören, künftig als Beisitzer aber nicht mehr an der Spitze stehen. Seine Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, begründete Wöllenstein mit seinem kommunalpolitischen Engagement, das ihn stark fordere und das in der Vergangenheit immer wieder zu Terminkollisionen geführt habe. Lababidi war bislang Fahrdienstleiter. Seinen Posten wird künftig der bisherige Stellvertreter Hans-Georg Schewe übernehmen.

Die Entwicklung des Bürgerbusses in Bad Münder wird vom alten wie vom neuen Vorsitzenden als Erfolg bewertet. „Wenn es so weitergeht, werden wir wohl im Mai unseren 10.000. Fahrgast befördern können“, macht Wöllenstein deutlich. 5557 Münderaner und Gäste nutzten den Bus im vergangenen Jahr – allerdings nahm die Linie der Ehrenamtlichen erst im Juni den Betrieb auf.

Dass die Akzeptanz des Bürgerbusses steigt, lässt sich nicht nur in steigenden Fahrgastzahlen ablesen, auch die Zahl der potenziellen Passagiere steigt – der Menschen, die den Bus nutzen wollen, aber nicht mitfahren können, weil bereits alle Plätze besetzt sind. Besonders gefragt sind die Fahrten an den Deisterhang. Darauf will der Verein reagieren und mit der Fahrplanänderung im Herbst auch das Angebot ausweiten: Bislang rollt der Bürgerbus montags bis freitags, ab Herbst soll er auch sonnabends unterwegs sein. Ende März sollen entsprechende Gespräche mit den Öffis geführt werden. Darin wird es dann auch um eine Ausweitung der Route ins Südfeld und in die Innenstadt gehen.

Wirtschaftlich sei der Verein gut aufgestellt, und auch der eigens für den Verein angeschaffte Bus laufe. Wenn er für Reparaturen oder zum Service in die Werkstatt musste, habe die Stadt unkompliziert mit einem Neunsitzer ausgeholfen.

Die Sorge, dass nicht genug Fahrer zur Verfügung stehen, hat weder Wöllenstein noch sein Nachfolger im Vorstandsamt: Mit der Mindestzahl von 20 Fahrern ist der Verein in die Planung eingestiegen, 31 stehen derzeit auf der Liste des Vereins. „Fehlende Fahrer sind nicht das Problem – da wächst schon eher der Unmut, weil man nicht häufig genug drankommt“, sagt Wöllenstein. „Das ist wie in einer Fußballmannschaft, da wollen auch immer alle spielen.“

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