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Einzelhandel hat sich von der "19-Prozent-Delle" weitgehend erholt / Hochwertiges im Trend

Bürgel: "Das Handelsjahr insgesamt war gut"

Stadthagen (jl). Die Stadthäger Einzelhändler haben kein leichtes -aber unterm Strich erfolgreiches Jahr hinter sich. Diese Bilanz hat der stellvertretende SMS-Vorsitzende Carsten Bürgel im Pressegespräch gezogen. Auffällig für das Käuferverhalten 2007: Es wurden verstärkt hochpreisige Waren gekauft.

Hochpreisige Unterhaltungselektronik wie dieser edle Lautspreche

Laut Bürgels Bilanz, ist in fast allen Branchen zu Beginn des Geschäftsjahres die Mehrwertsteuer-Erhöhung von 16 auf 19 Prozent deutlich spürbar geworden, nachdem die Umsätze 2006 deswegen mit zum Teil überdurchschnittlichen Zuwächsen abgeschlossen hatten. "Da haben viele ihren Bedarf an langlebigen Konsumgütern gedeckt, was sonst in diesem Jahr fällig gewesen wäre", schätzt er. Die "19-Prozent-Delle", so der SMS-Sprecher und Geschäftsmann, habe zum Beispiel dem Möbelhandel im ersten Halbjahr deutlich weniger Umsatz beschert. "Das hat sich um zweiten Halbjahr wieder normalisiert." Anders sieht es gemäß seinen Andeutungen bei den Autohändlern aus. "Der Autohandel tut sich schwer, vor allem bei Geschäften mit Privatkunden." Dennoch: "Das Handelsjahr insgesamt war gut -trotz der 19-Prozent Delle." Dies gelte vor allem im Vergleich zu 2004 und davor. Bürgel hat im eigenen Geschäft (Betten Meier) einen Trend beobachtet, der offenkundig für viele Einzelhandelsbereiche gilt: "Klar ist, dass die Portemonnaies schlanker geworden sind. Wenn jetzt gekauft wird, geschieht dies sehr bewusst, sehr überlegt und sehr hochwertig." Dazu komme, zumindest im eigenen Geschäft, eine verstärkte Nachfrage nach handgefertigten Produkten wie etwa Daunendecken. In den Trend passt laut Bürgel auch, dass etwa das Modehaus Hagemeyer neue Marken ins Programm genommen habe, die hochpreisiger seien als das Sortiment zuvor. Dazu passt auch die Neuausrichtung der Firma Ebert, die ihr Sortiment auf hochpreisige Unterhaltungselektronik konzentriert habe. "Heute hat jeder eigentlich alles.Wenn er dann neu kauft, soll es etwas Gutes sein, dass auch gut zur vorhandenen Einrichtung und den Farben passt." Die Lage im Lebensmittelsektor bezeichnet der SMS-Vize nach wie vor als "sehr schwierig, weil dort immer noch Verdrängungswettbewerb herrscht". Chancen hätten Händler, die sich "eine Nische suchen und diese kompetent besetzten". Als Beispiel nannte Bürgel das Feinkost- und Reformhaus Tietz, dessen Chef Holger Schulz seit geraumer Zeit in der Nische Whisky operiert. Schulz hat als Edeka-Partner übrigens die19-Prozent-Delle nicht so deutlich gespürt wie mancher Kollege, wie er auf Nachfrage versicherte. Der Grund sei die Edeka-Kampagne zum 100-jährigen Jubiläum, die mit Sonderangeboten einiges kompensiert habe. Zum Stichwort Whisky lieferte Schulz ein Beispiel, das Bürgels Trend-Aussage unterstricht: "Wir haben mehrere Proben organisiert, die mit den teuersten Sorten war als erste ausgebucht. Auch bei anderen nichtalkoholischen Getränken, wie auch bei Reform- und Tiefkühlkost hat Holger Schulz den neuen Trend festgestellt: "Die Kunden sind wieder bereit, etwas mehr Geld für gute Qualität auszugeben. Dass es um den Einzelhandel in der Kreisstadt recht gut bestellt ist, macht Carsten Bürgel auch an einer anderen Entwicklung deutlich: "Rund um den Marktplatz gibt es so gut wie keine Leerstände mehr." Sorgen bereiten dem SMS indes Niedernstraße und Echternstraße, wo sich zum Teil neue Leerstände abzeichnen würden. Den Stadtmarketingverein sieht der stellvertretende Vorsitzende als mittlerweile "gut positioniert". Das zeigten die erfolgreichen Veranstaltungen in diesem Jahr. Für 2008 sei eine Menge in Planung. Mehr wolle er noch nicht verraten.

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