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Tourismusexperte Prof. Heinz-Dieter Quack für einheitliches Management der Kaufmannschaft

"Bückeburg muss zum Synonym für gutes Shoppen werden"

Bückeburg (mig). "Selbst die Bückeburger Filiale einer großen Bank braucht auf ihrem Schild für die Öffnungszeiten fünf Zeilen," monierte Professor Heinz-Dieter Quack, Geschäftsführer des "Europäischen Tourismus Instituts" mit Sitz in Trier. Ihm Rahmen seines von der SPD Bückeburg organisierten Vortrages zur "Vitalen Innenstadt" ermunterte Quack den Handel zu einem einheitlichen Innenstadt-Management.

Prof. Heinz-Dieter Quack.

Vor rund 60 interessierten Zuhörern ging Quack zunächst der Frage nach, wie es um die Gesundheit des innerstädtischen Einzelhandels bestellt ist. Das Ergebnis stand relativ schnell fest: Während vor den Stadttoren die Kasse klingelt, kränkelt das Geschäft rund um den Marktplatz. Quack: "Wir wünschen uns alle eine vitale Innenstadt, aber jeder hat schon mal auf der grünen Wiese gekauft." Dieses bundesweite Phänomen wird beschleunigt durch einen tiefgreifenden Wandel der Konsumgewohnheiten. Schon seit einiger Zeit sei das Kaufverhalten der Deutschen nicht mehr berechenbar, stellte der Experte fest: "Morgens Aldi, abends Vivaldi." Für den Handel heißt das: Parkplätze, Sauberkeit und Sicherheit sind den Kunden sehr wichtig. Aber all diese Faktoren sind kein Garant mehr für guten Umsatz. Ziel müsse es deshalb sein, Bückeburg als Marke zu etablieren, meinte Quack. "So wie Tempo für Papiertaschentuch steht, muss Bückeburg ein Synonym für gutes Shoppen werden." Am Beispiel einer amerikanischen Shopping Mall erläuterte er dann diesen Prozeß. Dort arbeiten die einzelnen Geschäfte - unter der Führung eines Center-Managements - gemeinsam daran, den Kauf für den Kunden zum Erlebnis werden zu lassen. Um die Attraktivität zu steigern, wurde das Gelände wie eine europäische Alt-Stadt gestaltet. Diesen "emotionalen Aspekt" hält Quack für entscheidend: "Jeder will zu Hause was zu erzählen haben, diese Kunstwelten sind eine Bühne für den Kunden." Um derartige Projekte zu verwirklichen, brauche man allerdings ein einheitliches Management, betonte Quack. Und kam damit zu seinem nächsten Punkt. "Leider zeichnet sich der Einzelhandel oft durch eine Einzelkämpfer-Mentalität aus." Es sei aber notwendig, dass alle ortansässigen Geschäfte Hand in Hand arbeiten. Quack: "Wenn der eine Bäcker bestimmte Brötchen nicht hat, muss er den Kunden zu einem Bäcker schicken, der siehat." Der Professor machte für Bückeburg den Vorschlag, einen gemeinsamen Etat zur Belebung der Innenstadt einzurichten. Benötigt würden etwa 200 000 Euro jährlich, die von Händlern und Kommune anteilig aufgebracht werden könnten. Davon sollten dann beispielsweise "Events" oder "emotionale Werbekampagnen" finanziert werden. Quack riet auch dazu, eine "lokale Identifikationsfigur" zu installieren. "Wir haben überall etwas, worauf wir stolz sein können, warum zeigen wir es nicht. Und hier in Bückeburg haben Sie ganz andere Kaliber anzubieten, als anderswo." In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass Quacks Botschaft angekommen war. Ein Zuhörer hatte sogar schon einen konkreten Vorschlag: "Wir müssen die Innenstadt noch attraktiver machen, emotionale Werbekampagnen können da besonders helfen. Bückeburg ist geil, das muss notfalls auch über FFN gesagt werden."

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