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Brustbeutel – aber sicher

Möllenbeck (who). Die Urlaubssaison steht bevor und da wird sicher auch der eine oder andere Reisende dabei sein, der einen Brustbeutel auf seiner Gepäckliste stehen hat. Was das ist? Entweder genau so ein Ding wie unser Fundstück (mindestens geschätzte 40 Jahre alt) oder eine Variation davon. Für die Jüngeren, die noch nicht kennen sollten, was schon für ganz Elterngenerationen ein stehender Begriff im Zusammenhang mit Reisen und Urlaub machen stand, sei er kurz erklärt.

Auch im Zeitalter der Geldkarte ist der körpernah getragene „Schlichttresor“ ein recht sicherer Schutz auf Reisen fü

Ein Brustbeutel ist, wie der Name schon sagt, ein Beutel, der an einem Band um den Hals auf der Brust unter dem Hemd und dem, was man darüber hinaus noch anhat, getragen wird. Ob er aus rauem Schweinsleder wie unser Fundstück, aus Nappa oder festem Stoff angefertigt ist, spielt gar keine Rolle. Wichtig ist, dass er seinen Zweck erfüllt, was bedeutet, er soll vor allem als eine Art Schlichttresor wichtiges Reisezubehör wie Banknoten sowie heute vor allem Geld- oder Kreditkarten und Ausweisdokumente vor dem Zugriff von Langfingern schützen. So haben es schon unsere Eltern und Großeltern gehalten, und so funktioniert es auch noch heute. Vor der ersten größeren Klassenfahrt nach der Grundschulzeit wurde von den meisten Müttern und auf Empfehlung des Lehrers ein Brustbeutel angeschafft oder ausgeliehen. So ausgerüstet stand der großen Fahrt in die Jugendherberge auf einer Nordseeinsel, im Harz oder in der Rhön.

Aber gewöhnungsbedürftig war er schon, der Brustbeutel, und sein von Mama oder Lehrer verfügtes Tragen ein wenig mit Scham verbunden. Weil’s aber allen Mitschülern auch so erging, spielte der Schamfaktor am Ende eine untergeordnete Rolle. Nicht zuletzt, weil im Beutel das Taschengeld, spendiert von Oma, Onkel und Tanten, darauf wartete, ausgegeben zu werden. Denn irgendwo boten sich auch auf den langweiligsten Wanderungen Gelegenheiten zum Kauf von Brauseflaschen, Sahnebonbons, Eiswaffeln für den eigenen Bedarf oder das Fahrtenmesser mit Hirschhorngriff aus Kunststoff im Lederfutteral. Und wenn dann noch genug Kleingeld übrig war, dann konnte man immer noch an den Kauf von Mitbringseln denken wie das Muschelkästchen oder den röhrenden Hirsch in Miniausgabe.

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