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Bringt die neue Ampel mehr Durchgangsverkehr ins Dorf?

Tündern (ni). Die von Längs- und Querrissen durchzogene Kreisstraße 12 soll im nächsten Jahr von der sogenannten Trogstrecke bis zur Ortsdurchfahrt Tündern wieder instand gesetzt werden. Eine gute Gelegenheit, die Erneuerung des Belages auch gleich mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen zu verbinden – sagen die Liberalen im Ortsrat und warten auch schon mit einer ganzen Reihe von Vorschlägen auf.

 

 „Das muss man alles in Ruhe diskutieren“, wiegelt der Leiter des zuständigen Straßenbauamtes ab und erinnert daran, dass bei dieser Frage auch noch andere mitzureden haben.
 Für Herbert Habenicht ist der Zusammenhang eindeutig: Seit die neue Ampel („der Ortsrat wollte sie nicht“) an Landstraße 424 in Höhe des Wasserwerks in Betrieb ist, „hat der Durchgangsverkehr durch Tündern zugenommen“. Offensichtlich mieden viele Autofahrer die Ampel, und statt den Ort zu umfahren, wählten sie jetzt vermehrt die Trasse über Kreisstraße, Friedenseiche und weiter Richtung alter Bahnhof, um wieder auf Landesstraße zu kommen. In Metern gemessen sei die Strecke zwar länger, „gefühlt aber wohl kürzer, jedenfalls wenn man sehr schnell fährt“, sagt der FDP-Fraktionschef. Auch am Lesertelefon der Dewezet gab es schon vereinzelte Beschwerden über „Raser“, die das Dorf jetzt heimsuchten und das Überqueren der Straße zu einem gefährlichen Unterfangen machten. Bei Ortsbürgermeister Thilo Meyer (CDU) sind solche Beschwerden allerdings noch nicht gelandet. Und ihm selbst, sagt er, sei in jüngster Zeit auch „kein gesteigertes Verkehrsaufkommen aufgefallen“.
 Den Durchgangsverkehr möglichst aus dem Ort rauszuhalten – in diesem Ziel sieht Meyer sich gleichwohl einig mit den Liberalen. Ob die von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen dazu beitragen können – das sei noch zu diskutieren. Heute werde sich der Ortsrat mit den Überlegungen der FDP befassen. Unter anderem sehen die vor, die Fahrbahnbreite der K 12 zu verringern, die Lücken in der Platanenallee durch Neuanpflanzungen wieder zu schließen, als zulässige Höchstgeschwindigkeit Tempo 70 vorzuschreiben und im Bereich der Kreuzung von K 12 und Trogstrecke die Vorfahrt neu zu regeln. An der Einfahrt zum Dorf sollen außerdem ein Wechsel des Straßenbelages und künstliche Eineigungen im Form von viel Grün die Autofahrer dazu bewegen, den Fuß vom Gas zu nehmen. Und um die Kieslaster auf die „richtige“ Straße zu dirigieren, sollte an der Landstraße 424 am Tündernschen Bahnhof wieder das Verkehrsschild aufgestellt werden, das dort vor dem Ausbau der Eisenbahnbrücke auch schon stand:; nämlich eins mit der Aufschrift „Empfohlene Fahrtrichtung für Lkw“.
 Dass wegen der neuen Ampel der Durchgangsverkehr in Tündern zugenommen hat, ist Markus Brockmann bisher nicht zu Ohren gekommen. Der Leiter des „Regionalen Geschäftsbereichs Hameln des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr“ (kurz Straßenbauamt) hat sich mit den Vorschlägen der FDP noch nicht auseinandergesetzt, bremst aber allzu hohe Erwartungen an einen Umbau der Kreisstraße: „Das ist auch eine Frage der Kosten.“ Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung hätte zudem der Landkreis als zuständige Verkehrsbehörde ein Wörtchen mitzureden und bei den anderen Maßnahmen auch die Stadt Hameln. Seine Empfehlung lautet darum: „Alle Beteiligten müssen sich an einen Tisch setzen und gemeinsam mit dem Ortsrat klären, welche Ziele man verfolgt und was man tun kann, um sie zu erreichen.“

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