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Jürgen Harmening Nachfolger von Carsten Reuß / Witte-Rott-Jury: "Starker Platzhirsch"

"Brillenbügelbeißer" auf dem Grünkohlthron

Bückeburg (bus). Jürgen Harmening ist neuer Kohlkönig der ehemaligen Residenzstadt. "Ich gebe ihm meine Stimme, weil keiner so sexy in einen Brillenbügel beißen kann wie er - und das finde ich geil", hieß es aus der überwiegend weiblich besetzten Jury. Weiteres Argument der mit viel Augenzwinkern agierenden Kommission: "Jürgen bekommt meine Stimme, weil einer der stärksten Platzhirsche der Altstadt auch mal König werden muss."

Die Hauptdarsteller des vom Dr.-Witte-Rott organisierten Grünkoh

Harmening trat die Nachfolge von Carsten Reuß an, der zuvor aus den Händen von Rott-Leiter Albert Brüggemann einen prächtigen Ablöseorden erhalten hatte. Das Dr.-Witte-Rott war zum neunten Mal Organisator des Majestätsgrünkohlessen. Die in der Gaststätte "Brauhaus" verliehene Königswürde besitzt aber ausweislich einer von Bürgermeister Reiner Brombach unterzeichneten Urkunde für das gesamte Stadtgebiet Gültigkeit. "In Anerkennung seiner Verdienste um Tradition und Brauchtum rund um den Grünkohl und die Geselligkeit ernennen wir...", hält das Schriftstück über den "ehrbaren Bürger in Bückeburg" fest. Den offiziellen Anstrich untermalte die von Peter Kohlmann vorgenommene Inthronisierung. Brombachs Stellvertreter schrieb dem just mit den Insignien der Macht Ausgestatteten eine salomonische Weisheit ins Stammbuch: "Ehe man zu Ehren kommt, muss man vorher leiden." Was als Anspielung auf Harmenings lokalpolitisches Wirken zu verstehen war. Welches nach Kohlmanns Einschätzung einen völlig anderen Verlauf genommen hätte, falls, wie in der Rott-Jury, das Wahlrecht in der Vergangenheit überwiegend in Frauenhänden gelegen hätte. Die bestens gelaunte Versammlung kam überein, dass der stellvertretende Bürgermeister - schon wegen des Nachnamens - in der Rolle des Offiziellen besser aufgehoben sei als dessen Vorgesetzter. Erinnere das direkte Auftauchen des Wintergemüses in "Kohlmann" doch eindeutiger an den Anlass des Vergnügens als der in "Brombach" auftauchende Giftstoff Brom. Die erstmals vom neuen "Brauhaus"-Wirt Momo Todorowski - Brüggemann: Ausgezeichnet und ausreichend - umsorgten Grünkohlesser nutzten den Abend, um nachbarschaftliche Gespräche zu führen, alte Freundschaften zu pflegen und neue Freunde zu gewinnen. Darüber hinaus bekamen sie von Kabarettist Ulrich Reineking eine Extraportion Wort-Klamauk aufgetischt. Der Redakteur unserer Zeitung griff die aktuelle Diskussion um den Nichtraucherschutz auf. Falls die derzeit vorgesehenen Gesetzesvorhaben griffen, stünde beim nächsten Grünkohlessen sofort die Polizei auf der Matte. Was ihn aber nicht direkt betreffe. Reineking: "Was ich rauche, ist schon immer kriminell gewesen." Auch in weiteren Beiträgen bewies der Kabarettist unmittelbaren Orts- und Aktualitätsbezug - seine Ausführungen etwa über die "elementare Wucht der Blähungen" waren durchaus nicht unfehl am Platze. Als Reineking einen der in seinen Deklamationen obligaten Seitenhiebe gen Kreisstadt losließ, hatte er die Lacher endgültig auf seiner Seite: "Über Bückeburg lacht die Sonne, über Stadthagen lacht das ganze Land."

Ulrich Reineking serviert den begeisterten Grünkohlessern eine E
  • Ulrich Reineking serviert den begeisterten Grünkohlessern eine Extraportion Wort-Klamauk.
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