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Bückeburger Team trainiert für die Arschbomben-WM

Brett, Yogi oder Cannonball? Hauptsache es spritzt richtig

Bückeburg. Unter einer "Arschbombe" versteht der landläufige Schwimmbadbesucher den Sprung in ein Schwimmbecken, bei dem die Wasseroberfläche als erstes mit dem Hinterteil berührt wird. Während die meisten Menschen in dieser Art der Gesäßmalträtierung einen Freizeitjux aus vergangenen Jugendtagen betrachten, sehen Hans-Dieter Pentzek, Mike Tölke, Ulrich Kattge und Adrian Kostzap darin einen nicht sonderlich ernsten, aber dafür sehr ernsthaft betriebenen Sport. Der 49-jährige Krainhäger und die drei Jugendlichen aus Stadthagen, Bückeburg und Kleinenbremen trainieren im Bergbad für nichts Geringeres als die Arschbomben-WM 2006.

Möglichst spektakulärer Flug und dann meterhohe Fontäne: So wird

Autor:

Johannes Pietsch

Das Bückeburger Quartett fand sich anno 2004 im Bergbad zusammen: "Das Springen vom Sprungturm ist ein absoluter Kult, um den sich seit Jahren viele verschiedene Gruppen und Cliquen gebildet haben", so Hans-Dieter Pentzek. 2005 trat der Vierer als "Route 66" in Heilbronn an, in diesem Jahr geht man erstmals als Arschbomben-Landeskader Niedersachsen auf Titeljagd. Drei Sprünge haben die Athleten dabei vom Zehn-Meter-Brett zu absolvieren. 1,4 Sekunden benötigt ein Körper im freien Fall aus dieser Höhe und beschleunigt dabei auf eine Geschwindigkeit von über 50 Kilometer die Stunde. Ein Springer mit einem Körpergewicht von 80 Kilogramm trifft daher mit einer kinetischen Energie von 7840 Joule auf das Wasser auf. Während ein Kunstspringer darauf trainiert ist, so elegant und geräuschlos wie möglich einzutauchen, beabsichtigt der Splash-Diver genau das Gegenteil: es so effektvoll, laut und nass wie möglich krachen zu lassen. "Der Aha-Effekt zählt", sagen es Ulrich Kattge und Adrian Kostzab. "Nicht nur der Aufprall und die Höhe der Fontäne werden bewertet, sondern auch, wie spektakulär wir 'runterkommen." Spektakulär ist es in der Tat, was das Quartett bei seinen fast täglichen Trainingseinheiten im Bergbad zelebriert. Zu zweit und zu dritt wird da gesprungen, in Schrauben, mit Rückwärtssalto und mehrfachen Drehungen in der Luft. Cannonball, Brett, Yogi und Anker lauten die Fachvokabeln für die verschiedenen Arten, von oben nach unten zu kommen. Vom 11. bis zum 13. August werden sich die Vier dann in Dillingen der Erdbeschleunigung aussetzen. Und beim wichtigsten Ziel, das sie sich dabei vorgenommen haben, zeigen sie echte Solidarität mit den Klinsmann-Kickern: "Wir schlagen die Holländer!"

Andrea Schädel (r.) und Heike Kording (2.v.r.) mit der ambulante
  • Andrea Schädel (r.) und Heike Kording (2.v.r.) mit der ambulanten Herzsportgruppe der VTR. Foto: pr.
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