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Führungswechsel: Lutz Weisbecker ist neuer Geschäftsführer / Vertrag von Dr. Ingo Bretthauer vorzeitig aufgelöst

Bornemann: 52 Prozent der Anteile im Familienbesitz

Gelldorf (sig). Im März hat es bei der Johann Heinrich Bornemann GmbH einige überraschende Änderungen gegeben. Der bisher mit 40 Prozent beteiligte Finanzinvestor "3i" trennte sich nach einem Jahrzehnt von seinen Anteilen. 37 Prozent hat die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft BWK übernommen, die zur Baden-Württemberger Landesbank gehört. Die restlichen drei Prozent gingen an die Familie Bornemann, die jetzt mit 52 Prozent über die Majorität verfügt. Parallel zu dieser Entwicklung gab es einen Wechsel an der Spitze des weltweit tätigen Spezialpumpenherstellers. Auf Dr. Ingo Bretthauer, dessen Vertrag aufgelöst wurde, folgte der Diplom-Ingenieur Lutz Weisbecker aus Berlin.

Lutz Weisbecker

Mit dem neuen Geschäftsführer (60), einem gebürtigen Freiburger, steht an der Spitze des Gelldorfer Werkes ein Mann, der seine Führungsqualitäten in zahlreichen namhaften Metall verarbeitenden Unternehmen bewiesen hat. Sein Studium im Bereich der Elektrotechnik einschließlich Softwaretechnik und Maschinenbau hatte er an der Technischen Universität in Berlin abgelegt. Weil er kein Schreibtischtäter werden wollte, arbeitete er zunächst eineinhalb Jahre bei dem Maschinenbauer Krupp MaK in Kiel als Programmierer und Bediener von NC-Maschinen. Schon nach kurzer Zeit stieg er dort zum Leiter der Abteilung Nachrichten- und Steuerungstechnik auf. In der Firma Dörries-Scharmann in Mönchengladbach-Rheydt, einem Hersteller von Werkzeugmaschinen, leitete Lutz Weisbecker die Entwicklung und Systemorientierung. Bei einem Unternehmen der Thyssen-Gruppe in Ludwigsburg stieg er zum Direktor für den Bereich Konstruktion und Entwicklung auf. Als Technischer Geschäftsführer von Schuler-SMG war Lutz Weisbecker unter anderem in China verantwortlich für den Bau einer neuen Fabrik in Tianjin (China) und für die Planung eines Werkes in Shanghai. Über mehrere Jahre hinweg leitete in Meinerzhagen die Firma Battenfeld, einen Produzenten von Kunststoffmaschinen mit 1180 Mitarbeitern und einem Umsatz von 410 Millionen Euro. Bis zum April des vergangenen Jahres war Weisbecker beim Werkzeugmaschinenbauer Thyssen Krupp in Ludwigsburg für 2800 Mitarbeiter und rund 600 Millionen Euro Umsatzverantwortlich. Zusätzliche Erfahrungen sammelte er als selbständiger Unternehmensberater im Maschinenbau und in der Zulieferindustrie. "Ich bringe also sicherlich genügend Erfahrungen mit, um auch das Gelldorfer Unternehmen weiter voranzubringen", stellte der neue Bornemann-Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Um sich mit der Entwicklung und Produktion der weltweit vertriebenen Spezialpumpen vertraut zu machen, nimmt er sich die Zeit, die entsprechenden Arbeitsplätze aufzusuchen und sich dort die erforderlichen Einblicke zu verschaffen - nicht mal so nebenbei, sondern mit aller Gründlichkeit. Sein erstes Urteilüber die neue Aufgabe ist ausgesprochen positiv: "Ich habe hier eine hervorragende Führungsmannschaft und sehr motivierte Mitarbeiter in allen Bereichen angetroffen, auf die ich offen zugehen werde", versicherte Lutz Weisbecker. "Ich halte nichts von dem üblichen Personalkegel, an dessen Spitze die Geschäftsführung steht, sondern drehe ihn einfach um, denn die Mitarbeiter an der Basis tragen in erster Linie zur Wertschöpfung bei", machte er auf einem Blatt Papier klar. Er wolle keine Befehle ausgeben und auch keine Statussymbole pflegen. "Ich bin mir derübernommenen Verantwortung für die Betriebsmitglieder, deren Angehörige und die hier dazu gehörende Region bewusst und werde mich sowohl der Öffentlichkeit als auch jeder an der Sache orientierten Kritik stellen", verspricht Weisbecker. Er hat als erstes wichtiges Ziel schon eine Reise nach China gebucht. Bornemann soll dort mehr Fuß fassen als bisher und im Rahmen der eigenen Niederlassung auch für den großen chinesischen Markt technische Lösungen bei der Fördertechnik anbieten. Er verfolge zudem, so Weisbecker, mit Nachdruck das Ziel, in Gelldorf zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Seinen Wohnsitz hat der verheiratete Vater von zwei Kindern bereits nach Bad Eilsen verlegt. Sein Berliner Wohnsitz sei etwas für den Ruhestand, aber der sei noch weit weg.

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